Außenminister Willy Brandts Reise nach Rumänien brachte bei ausgedehnten Gesprächen mit den Spitzenpersönlich- keiten der Partei und der Regierung in wichtigen Fragen eine bemerkenswerte Annäherung. Der rumänische Ministerpräsident Ton Gheorghe Maurer nahm eine Einladung zu einem Besuch in Bonn an. Rumänische Be-Besuch begannen nach der Abreise Brandts mit der Untersuchung einer Attentatsdrohung gegen den Außenminister. Nach letzten „philologischen“ Schwierigkeiten wurde in Prag ein Abkommen über den Waren- und Zahlungsverkehr und den Austausch von Handelsvertretungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der CSSR unterzeichnet. Der Berliner Wirtschaftssenator Dr. Karl König nahm eine Einladung zur Teilnahme an einer internationalen Bekleidungsmesse in Moskau an. In Rom kamen Gerüchte über eine beabsichtigte Papst-Reise zum russisch-orthodoxen Patriarchen Alexius nach Moskau in Umlauf.

Zusammenstöße

Nach japanischen Berichten aus Peking kam es an der sowjetisch-chinesischen Grenze zu bewaffneten Zusammenstößen. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern Mao Tse-tungs hielten in verschiedenen Provinzen mit unverminderter Stärke an. In Peking wurden Pläne über eine angeblich geplante Entführung des Ministerpräsidenten Tschu En-lai bekannt. In der indonesischen Hauptstadt Djakarta feuerten Angehörige der chinesischen Botschaft auf jugendliche Demonstranstranten. An der Grenze der britischen Kronkolonie Hongkong wurde ein Kontingent chinesischer Truppen zusammengezogen.

Verstärkungen

Der amerikanische Atomenergie-Ausschuß prophezeite die Existenz chinesischer Langstreckenraketen für die frühen siebziger Jahre. Die Vereinigten Staaten beschlossen die Entsendung von weiteren 45 000 Soldaten nach Vietnam. Zur Finanzierung des Vietnam-Krieges kündigte der amerikanische Präsident eine zehnprozentige Ergänzungsabgabe auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer an. Die Phillippinen, Malaysia, Singapur und Thailand gründeten in Bangkok die Vereinigung südostasiatischer Nationen. In Havanna tagte die erste Konferenz der antiamerikanischen „Organisation für lateinamerikanische Solidarität (OLAS).

Perspektiven

Als Hauptergebnis brachte die Außenministerkonferenz in Khartum die Einladung zu einem Gipfeltreffen der arabischen Staats- und Regierungschefs. Der jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito reiste zu Gesprächen mit Gamal Abdel Nasser nach Kairo. Die Ostblock-Länder mit Ausnahme Rumäniens und Albaniens vereinbarten die Einberufung einer Konferenz über die Nahost-Frage nach Belgrad. Der ägyptische Staatschef zeigte sich gegenüber Saudi-Arabien zu einer Beendigung der Kampfhandlungen im Jemen bereit. Im früher jordanischen Teil Jerusalems kam es nach weithin befolgten Radio-Aufrufen aus Kairo und Amman zu einem 24stündigen Generalstreik. Zum ersten Male seit dem Waffenstillstand drangen bewaffnete Jordanier auf israelisches Gebiet vor. Aus den Wahlen im Iran ging die Regierungspartei als überlegene Siegerin hervor.