Warum ein preisgekrönter

junger Architekt fünf Jahre umsonst gearbeitet hat

Von Manfred Sack

Düsseldorf

Dreimal hat Düsseldorf versucht, sich ein neues, ein großes, möglichst ein architektonisch bedeutendes Rathaus zu bauen.

Der erste Versuch von 1912, eine Art von Völkerschlachtdenkmal mit flachem Unterbau, ging daneben, weil Weltkrieg und Inflation Pläne und Geld schwinden ließen.

Der zweite Versuch von 1925 brachte viele radikal moderne monumentale Entwürfe und viele Preisträger; doch das gleich drei erste und zwei zweite Preise verteilende Preisgericht brachte mit seiner Unentschlossenheit der Stadt soviel Ratlosigkeit und Verdruß, daß die folgende Weltwirtschaftskrise eine beinahe dankbar begrüßte Erlösung bedeutete.