Es begann damit, daß die Kellnerin vom Hotel „Burg Windeck“ vor dem Frühstück und nach einem Früh-Gewitter sorgenvoll erklärte: „Se bent d’r Kofferraum net zu. Des wird a Schweinerei sei...“

„D’r Kofferraum“ war kein Kofferraum. Dort liegt quer zur Fahrtrichtung ein Vier-Zylinder-Heckmotor. Die Motorhaube ist mit einer Feststellvorrichtung hochgeklemmt, so daß ein Spalt von rund zehn Zentimetern entsteht. Mit dieser einfachen Methode soll der (zu kleine) Motorraum besser belüftet werden.

Denn der Motor ist von besonderer Art: Aus 996 Kubikzentimetern kommen 70 PS bei 6150 Umdrehungen in der Minute. Und aus demselben Motor kommen auch, wenn man sich eine Spezial-Auspuffanlage kauft (rund 600Mark), einige (gar nicht kostspielige) Veränderungen am Vergaser vornimmt, die entsprechenden Zündkerzen einbaut und mit offenen Ansaugstutzen fährt, sogar 85 PS. Da einige dieser Basteleien nur für Fahrten auf Rennstrecken erlaubt sind, fuhr ich die 70-PS-Version. Der Spaß war ausreichend.

Man mag darüber streiten, wieweit sportliches Fahren bei den heutigen Verkehrsverhältnissen noch sinnvoll oder wann es überhaupt noch möglich ist. Aber der Spaß war zu jeder Stunde da. Es ist freilich ein sehr lauter Spaß.

Da ist also eine ganz simple Limousine, eine schlichte Zweckform, wie ich sie gern mag. Sie ist kompakt, ein wenig bullig. Vorn sind zwei Doppelscheinwerfer. „Spielerei“ werden die Leute sagen, die das kleine Auto nicht kennen. Unterhalb der vorderen Stoßstange ist ein kleiner Rost, ein Ölkühler (und nicht „ein Heizofen, damit im Winter der Motor besser anspringt“, wie zwei Jungen in Düsseldorf meinten). Hinten ist die offene Motorhaube. „Halbstarken-Manieren“ werden viele Leute, die das sehen, sagen und an die jungen Leute im Fiat 500 denken, die – völlig überflüssig und sinnlos – auch mit offener Haube fahren. Und dann ...

Die geruhsameren Fahrer der Mittelklasse sehen auf der Autobahn nur etwas vorbeihuschen. Die schnellen Fahrer der oberen Mittelklasse machen große Augen, wenn sich der Kleine an ihnen vorbeischiebt. Das allein ist fast schon den Kaufpreis von 7500 Mark wert.

Wenn man dann einen „Mini Cooper S“ abhängt, diesen Traum aller Sportfans, dann ist man – bei 160 Stundenkilometern – sehr fröhlich. An der Autobahnauffahrt Kerpen hatte ich einen „Mini“ neben mir. Auf der Höhe von Düren sah ich ihn gar nicht mehr. Wenn man aber erst mal auf einer Schnellstrecke neben einem „Alfa Romeo Duetto“ startet und immerhin einen knappen Kilometer mithält, dann bleibt einem selbst als alter Sportwagenfahrer der Mund offen. Sobald einem das auch mit einem „Porsche 912“ passiert, mißtraut man den Leuten in Neckarsulm und überlegt und sucht: Wie haben die den Testwagen zurechtfrisiert? Aber man kann nichts finden.