Es stand in „Bild“: Autofahrer kennen ihre Rechte nicht. „Bild“ hatte die Feststellung zweier Stuttgarter Juristen auf der ersten Seite „Bild“-haft aufgemacht. Bei flüchtiger Lektüre konnte der Eindruck entstehen, daß ein Autofahrer grundsätzlich nicht verpflichtet ist, seinen Führerschein der Polizei auszuhändigen. Anderntags kannten die Autofahrer ihre Rechte. Es stand im „Hamburger Abendblatt“: Kraftfahrer weigerten sich wiederholt, den Beamten ihren Führerschein zur Prüfung auszuhändigen.

Tatsächlich können Polizisten den Führerschein bei „dringendem Tatverdacht“ oder bei „Gefahr im Verzug“ (etwa Alkohol am Steuer) jederzeit abnehmen. Das hatte auch in „Bild“ gestanden. Auf Seite 10.

Dies jedenfalls kommt bei dem Mißverständnis deutlich zum Vorschein: Die Polizei muß in drei Tagen einen richterlichen Beschluß herbeiführen, wenn der zunächst einbehaltene Führerschein weiterhin beschlagnahmt bleiben soll. Wenn nicht, muß er bis zur Verhandlung zurückgegeben werden.