„Wir werden alle Provinzen des Kongo befreien, einschließlich Kinshasa!“ Mit dieser Kampfansage an den kongolesischen Staatspräsidenten Mobutu proklamierte vorige Woche der schwarze Oberst Monga, in Bukavu/Ostkongo eine „Regierung der öffentlichen Wohlfahrt“.

Monga stützt sein Regiment auf 150 weiße Söldner und etwa 1000 schwarze Gendarmen aus Katanga, die unter dem Befehl des belgischen Majors Jean Schramme vor sechs Wochen gemeutert hatten. Mehr als tausend Kilometer legte der Söldnerhaufen seither zurück – vollmotorisiert, schwer bewaffnet, begleitet von etwa hundert Flüchtlingen, die sich in seinen Schutz begeben hatten.

Bukavu an der Grenze Ruandas wurde jetzt nach kurzem Kampf erobert. 300 Soldaten der kongolesischen Nationalarmee traten den Rückzug an. Major Schramme nach dem Sieg: „Wir sind bereit, mit Mobutu zu verhandeln.“

Der Söldnerführer machte klar, daß er die Freilassung des nach Algier entführten Moise Tschombé erreichen und ihm einen Platz in der Zentralregierung sichern will. Für den Fall, daß Mobutu Verhandlungen verweigert, drohte die Söldnertruppe mit dem Einmarsch in Katanga, deren Chef Tschombé einst war.

Mobutu erklärte: „Ich werde mich nie so weit herablassen, mit ausländischen Gangstern Gespräche zu führen.“ Einstweilen unfähig, die Rebellen aus Bukavu zu vertreiben, rief Mobutu den Weltsicherheitsrat um Hilfe an, freilich vergebens.