DIE ZEIT

Moskau knebelt Schriftsteller

Schriftstellerkongreß in Moskau stattfand, schrieb Solschenizyn, der Verfasser von „Ein Tag im Leben des Iwan Denisowitsch“ einen offenen Brief an diesen Kongreß.

Aufruhr in Afrika

Rebellion im Kongo, Bürgerkrieg in Nigeria – seit Jahren ist die Welt an ähnliche Meldungen gewöhnt, kaum jemand nimmt sie noch ernst.

Auf schwankendem Boden

Am selben Tag, als Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger zu seinem ersten offiziellen Besuch als deutscher Regierungschef in Washington eintrat, veröffentlichte eine Gruppe von fünfzehn republikanischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses eine Studie über die Zukunft der NATO.

Auf Besuch bei „Fröschle“

Zwischen den Chippendale- und Mahagonimöbeln des Benjamin-Franklin-Speisezimmers im State Department zu Washington wurde zum erstenmal öffentlich über Politik gesprochen.

Keine Antwort aus Athen

Dr. St. Caratzas, ordentlicher Professor für neugriechische Philologie an der Universität Thessaloniki, ist im Juni durch eine einstweilige Verfügung aus seinem, Amt entlassen worden und ist wegen Übertretung des Gesetzes Nr.

Zeitspiegel

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Fritz Sänger hat den deutschen Presserat gebeten, sich mit den Vorwürfen zu befassen, die der „Spiegel“ gegen das Verlagshaus Axel Springer erhoben hat.

„Ich bleibe Griechin“

Unter den elf Filmen, an denen Melina Mercouri in zehn Jahren als „Star“ beteiligt war, ist der Streifen „Sonntags nie“ am meisten bekannt geworden.

Alibi für Juden-Feinde

Verändern müsse man die Welt statt sie nur 21 interpretieren, sagte Karl Marx...............................................

Axel Springers Antwort an Josef Müller-Marein

Allerdings hätte ich mir gewünscht, daß diese Auseinandersetzung von Josef Müller-Marein nicht polemisch eingefärbt worden wäre, wie es etwa in der Formulierung zum Ausdruck kommt, an der Grenze zum Machtbereich des Axel Cäsar Springer würden bis dahin gerade Wege anders, also krumm.

Vietnamesisches Dilemma

Die Schlagzeilen der letzten Tage klangen dramatisch: „Bomben auf Hanoi“, „Bomben nahe der chinesischen Grenze“ – aber das Stadtzentrum der nordvietnamesischen Hauptstadt wurde auch im letzten Jahr schon bombardiert.

„Wir wollen keine Vendetta“

Jeden Dienstag treffen sich in einem Hotel in Aberfan achtzig Mütter, um sich ihr Leid zu klagen. Gegenseitiger Trost und Zuspruch erleichtern es ihnen, ein Unglück zu tragen, das sie nie vergessen und verwinden werden.

Wolf gang Ebert:: Seid nett zueinander!

Lieber Boß, ich bin richtig froh, daß ich endlich für Sie und damit für Ihren „Nachrichtendienst“ arbeiten darf. Unter dem Nachrichtendienst einer Zeitung hatte ich mir früher törichterweise so etwas wie journalistische Arbeit vorgestellt und mich dadurch abschrecken lassen.

Gowons totaler Krieg

Über Nacht hat sich das Bild des nigerianischen Bürgerkrieges gewandelt: Der Vorstoß einer Befreiungsarmee aus der abgespaltenen Republik Biafra nach Mittelwest-Nigeria und in Grenzgebiete der Nord- und Westregion ist politisch bedeutsamer als militärisch.

Kampfkraft – nicht geschwächt

Bundeskanzler Kiesinger und Verteidigungsminister Schröder haben sich darüber geeinigt, wie die Abmagerungskur der Bundeswehr aussehen soll.

Wirklich unfehlbar?

Die Enttäuschung, die Frankreich über die letzte Ansprache seines Staatspräsidenten empfand, ist vielleicht weniger groß als sie von „den Zeitungen, die der Schule des nationalen Verzichts angehören“ – das heißt von fast allen – zur Schau getragen wird.

Nachwort zu Richelieu

Dem dritten Band der großen Biographie Richelieus von Carl J. Burckhardt (siehe Besprechung in DIE ZEIT vom 10. Februar) ist binnen Jahresfrist ein Ergänzungsband gefolgt.

Lesebuch für Unzufriedene

In den vergangenen Jahren bekam man häufig zu hören, das Ende der Nachkriegszeit und auch der Ära Adenauer sei gekommen. Ob diese Zäsur zeitlich richtig oder verspätet angesetzt wurde, können wir getrost den Historikern überlassen.

Tito-Mission ohne Erfolg

Das Gepäck Titos enthielt einen Plan, der den Nahen Osten auf der Basis des quid pro quo Frieden bringen soll. Inhalt: 1. Rückzug der Israelis aus den besetzten Gebieten; 2.

Mao-Manie

Der sowjetische Ministerpräsident Kossygin unterbrach seinen Urlaub und richtete ein ultimatives Telegramm an den chinesischen Ministerpräsidenten Tschu En-lai.

Von Zeit zu Zeit

In Washington führten Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger und Bundesaußenmini- ster Willy Brandt mit US-Präsident Lyndon B. Johnson und dessen Ministern für Auswärtiges, Verteidigung und Finanzen mit Spannung erwartete Gespräche.

Gegenregierung im Kongo

„Wir werden alle Provinzen des Kongo befreien, einschließlich Kinshasa!“ Mit dieser Kampfansage an den kongolesischen Staatspräsidenten Mobutu proklamierte vorige Woche der schwarze Oberst Monga, in Bukavu/Ostkongo eine „Regierung der öffentlichen Wohlfahrt“.

Johnson im Kreuzfeuer

Präsident Johnson hat die amerikanischen Kriegsanstrengungen in Vietnam weiter verstärkt: Er ermächtigte den Oberbefehlshaber im Pazifik, Admiral Sharp, 150 Ziele in Nordvietnam zu bombardieren, die bislang von Luftangriffen verschont geblieben waren.

Annäherung der Atom-Giganten

Nach zwei Monaten des Zögerns erklärte sich die Sowjetunion jetzt bereit, gemeinsam mit den USA der Abrüstungskonferenz in Genf in den nächsten Tagen den Text für einen Atomsperrvertrag vorzulegen, auf den sich der amerikanische Delegierte Foster und sein sowjetischer Kollege Roschtschin bereits am 5.

Namen der Woche

Rudolf Heß, 73 Jahre, einst Führer-Stellvertreter, vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg 1946 zu lebenslänglich Gefängnis verurteilt, muß als letzter Häftling weiter im Alliierten Kriegsverbrechergefängnis zu Berlin-Spandau bleiben.

Kiesinger: Loyal, aber unabhängig

Der Einzug Bundeskanzler Kiesingers in Washington wirkte fast bescheiden. Mit einer alten „Convair“ landete er am vorigen Sonntag auf dem Militärflughafen Andrews.

Biafra in der Offensive

Der Krieg zwischen Nigeria und der ehemaligen Ostregion, die sich unter Oberstleutnant Ojukwu zur Republik Biafra erklärte, hat eine überraschende Wendung genommen.

Die Mozartpille

Eine Erfindung einheimischer Kulturwissenschaftler verdient die Aufmerksamkeit der gebildeten Welt; eine Erfindung, die den Salzburger Festspielen einen neuen Aufschwung verleihen wird, was niemand mehr für möglich gehalten hatte: Es ist gelungen, die Musik zu pulverisieren und in Tablettenform genießbar zu machen.

Kunstkalender

„Johann Heinrich Schönfeld“ (Museum Ulm): Die deutsche Kunst des 17. Jahrhunderts ist weitgehend, mit einem modernen Ausdruck, Exilkunst.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Sergeant Peppers Lonely Hearts Club Band spielt weiter: Wenn die Beatles, wie Heinz Josef Herbert in dieser Zeitung kürzlich vermutet hat, den Abstieg proben, dann mit Ausdauer, Phantasie und Freude.

Brecht als Twen-Autor

Während der Sommerpause des Abonnementstheiters hat sich in Hamburg ein bemerkenswerter Fall jungen Theaters ereignet. Zwei Twens von heute – der Regisseur Hans Neuenfels (Krefeld) und ein Dramatiker, der auch Schauspieler ist, Martin Sperr („Jagdgeschichten in Niederbayern“, „Landshuter Erzählungen“) – taten sich zusammen, um einen Twen von 1918, Bert Brecht, zu bearbeiten.

Der Tourist als Theaterfan

Ein weitgereister Bekannter nannte das 21. Festival d’Avignon ein „Kinderfestival“. Der Anteil junger Leute am Publikum ist hier erstaunlich hoch: Über sechzig Prozent der Zuschauer sind, so schützt man, unter dreißig.

Ihr Urteil betrübt mich

Hier sind sich zwei Apologeten moderner Kunst uneins, Dr. Wieland Schmied, der Leiter der Kestner-Gesellschaft in Hannover, und Dr.

FILMTIPS

„Tätowierung“, von Johannes Schaaf nach einem Drehbuch von Günter Herburger: die Geschichte eines in Familienobhut genommenen Fürsorgezöglings, die für den fürsorglichen Onkel-Pflegevater letal endet.

Zeitmosaik

Angeregt von dem Architekten Jürgen von Gagern, hat der Münchener Stadtrat einen nachahmenswerten Beschluß gefaßt: München wird alljährlich am 14.

Welche Farbe hat die Unschuld

Kein Zweifel, das deutsche Wohnzimmer, für das Neckermann verantwortlich ist, ist negerfreundlich...........................

Tod und Auferstehung der Ballade

Wenn man den Literaturhistorikern glauben darf, endet die Geschichte der Ballade bald nach dem Jahr 1900 mit den epigonalen Produkten von Autoren wie Börries von Münchhausen und Lulu von Strauß und Torney.

ZU EMPFEHLEN

ES ENTHÄLT die Familiengeschichte des berühmten polnischen Adelsgeschlechts von den sagenumwobenen Ursprüngen bis in unsere unmittelbare Gegenwart.

Germanistik: Fleiß floß aus den Ohren

Mark Twain schrieb in seiner Abhandlung „Ganz bestimmt gibt es keine andere Sprache, die so ungeordnet und unsystematisch, so schlüpfrig und unfaßbar ist; man treibt völlig hilflos in ihr umher, hierhin und dahin; und wenn man schließlich glaubt, man hätte eine Regel erwischt, die festen Boden böte, auf dem man inmitten der allgemeinen Unruhe und Raserei der zehn Wortarten ausruhen könne, blättert man um und liest: ‚Der Schüler beachte sorgfältig folgende Ausnahmen.

Im dritten Anlauf kam die Hausse

Als die Börsenmakler am Montag die Schlußkurse anschrieben, atmeten die Bankdirektoren erleichtert auf: Es hatte keinen zweiten „goldenen Montag“ gegeben, wie man verschiedentlich gemunkelt hatte; die Banken hatten die Entwicklung wieder fest im Griff.

Hemmschuh

Wenn die Selbstzufriedenheit des Bauernverbandes und seines Präsidenten Edmund Rehwinkel überhaupt noch zu erschüttern ist, dann müßte die Kritik des Agrarpolitischen Studienkreises in Prien endlich einmal zur Überprüfung der bisherigen Verbandspolitik führen.

JEAN MONNET:: Mein Freund Franz Etzel

Am 10. August 1952 in Luxemburg haben wir – Franz Etzel, ein Italiener, ein Mann aus Benelux und ich selbst – als Mitglieder der Hohen Behörde der Montanunion damit begonnen, das Fundament zu legen, auf dem jetzt sehr langsam und mit vielen Schwierigkeiten aber trotzdem sehr fest Europa gebaut wird.

Zement: Fusion statt Kartell

Die Zement-Vertriebskartelle werden fallen. Die Unternehmen wissen, daß sie sich auf dem Rückzug befinden und ihre Rechtspositionen gegenüber dem Kartellamt schwach sind.

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