Das Großversandhaus Quelle, das in diesem Herbst 40 Jahre alt wird und sich aus kleinsten Anfängen zum größten Versandhaus des Kontinents entwickelt hat, legte als Geburtstagsüberraschung besonderer Art seinem Herbst/Winter-Katalog 1967/68 erstmals ein Angebot von Haute-Couture-Modellen des Berliner Modeschöpfers Heinz Oestergaard bei. Die Preise für diese Modelle, die bisher nur für einen kleinen kapitalkräftigen Kreis erschwinglich waren, halten sich im Rahmen des üblichen Katalogangebots. Das teuerste Modell, eine sportliche Kombination, wird zum Preis von 218,40 Mark angeboten. Ein hochmodisches Tageskleid aus reinwollenem Kammgarnflanell kostet 69 Mark. Ein türkisfarbenes „damenhaftes Ensemble“ ist für 98 Mark zu haben.

Heinz Oestergaard, der den Quellekunden als Modeberater vorgestellt wird, hat sich eine eigene Philosophie von der „Demokratisierung der Mode“ zurechtgelegt. Danach kann der „moderne Kreateur nicht nur im Elfenbeinturm der reinen Haute Couture seine künstlerischen Gebilde... schaffen“. Der berühmte Modeschöpfer hat mit seinem Angebot im Quellekatalog die „breite modebewußte Mittelschicht“ im Auge, deren Ansprüche seiner Meinung nach nur zufriedengestellt werden können, wenn die Mode mehr als bisher industrialisiert wird und in hohen Stückzahlen auf den Markt kommt. Die hohe Stückzahl scheint ihm der Quellekatalog mit einer Auflage von 6,1 Millionen zu verbürgen. Er erreicht damit jeden dritten deutschen Haushalt. bon.