Anläßlich der Festspiele 1967 mit Figaro, Ascanio, der Entführung aus dem Serail und der Zauberflöte

Von Rudolf Walter Leonhardt

Was die Stadt Salzburg im Verlauf von zweihundert Jahren dem Wolfgang Amade Mozart schuldig geblieben ist, dafür sind viele schöne Worte gefunden worden. Es wäre interessant, einer rechnete es mal aus in Schilling und Groschen.

Eine Spielerei, vielleicht. Aber gewiß auch eine Mahnung, den Mozarts und Kleists weniger schuldig zu bleiben, solange sie noch leben – und nicht gar zu schnell bei der Hand zu sein mit der völlig sicheren, da zu spät abrufbaren Behauptung, einen Kleist oder Mozart gebe es unter den Lebenden nicht.

Die fehlenden Deutschen

Österreich beklagt in diesem Jahr „volle Straßen, leere Zimmer“, wie es die „Wochenpresse“ in riesigen Lettern kündet – „... eine Katastrophe: die Deutschen, die rund 80 Prozent aller ausländischen Touristen stellen, kamen ... nicht mehr so zahlreich wie früher“.

Verhältnismäßig glimpflich davongekommen scheint dabei Salzburg mit 11 Prozent Verlust gegenüber dem Vorjahr. Freilich bringt die Salzburger Festspielzeit auch das, was die „Wochenpresse“ sonst nirgendwo im eigenen Lande findet und „Österreichs Hauch der großen Welt“ nennt.