Carl J. Burckhardt: Richelieu. Nachwort, Anmerkungen, Literaturhinweise, Personenregister. Verlag Georg D. Callwey, München; 176 S., 16,80 DM

Dem dritten Band der großen Biographie Richelieus von Carl J. Burckhardt (siehe Besprechung in DIE ZEIT vom 10. Februar) ist binnen Jahresfrist ein Ergänzungsband gefolgt. In dem kurzen Nachwort geht es Burckhardt um prägnant zusammengefaßte, elegant akzentuierte Rechtfertigung und Motivation seiner Trilogie. Es ist wohl auch als Antwort auf einige inzwischen erschienene Rezensionen des zweiten und dritten Bandes zu verstehen. Mancher, der mit ebenso viel Nutzen wie Genuß die Anmerkungen im zweiten Band gelesen hat, wird sie im dritten entbehrt haben. Nun sind die Anmerkungen beider Teile im Ergänzungsband erschienen.

Man braucht also im zweiten Band nicht jeweils nach den hinten zusammengefaßten Anmerkungen nachzuschlagen, was störendes Blättern immer von neuem bedingt, sondern kann den jeweiligen Darstellungsteil und den Ergänzungsband beim Lesen nebeneinander legen. Der erste Band, der „biographisch faßbare Teil von Richelieus Wirken“, ist so angelegt, daß er auf Anmerkungen nicht angewiesen sein sollte. Es wäre auch verfehlt gewesen, wenn sie dreißig Jahre später nachgetragen worden wären.

Die Anmerkungen beschränken sich nicht auf Zitatbelege, Quellenangaben und Quellentexte, sondern enthalten höchst interessante Ergänzungen, plastisch, präzise und kurz. Man merkt ihnen an, daß auch sie aus Burckhardts Feder stammen und nicht nach häufiger Gelehrtenmanier von fremder Hand verfaßt sind. Außerdem enthält der Ergänzungsband eine Zusammenstellung der Literaturhinweise, ebenfalls nur für den zweiten und dritten Band nach Kapiteln eingeordnet, sowie ein Personenregister für alle drei Bände, was bei dem umfangreichen Werk mit den zahlreichen Akteuren kaum zu entbehren ist. Wenn nach einer Bemerkung des Verlages der Ergänzungsband als Arbeitserleichterung für den „forschenden Leser“ gedacht sein soll, so wäre dieser Kreis wohl etwas zu eng bemessen. Theodor Eschenburg