Vorurteilslosigkeit ist in recht vielen Fällen nur ein anderer Name für Gleichgültigkeit.

Wilhelm Raabe

Nachahmenswert

Angeregt von dem Architekten Jürgen von Gagern, hat der Münchener Stadtrat einen nachahmenswerten Beschluß gefaßt: München wird alljährlich am 14. Juni – dem Tag der Stadtgründung – die besten Leistungen im sozialen und freien Wohnungsbau mit Diplomen auszeichnen. Nicht die Architekten sollen diese Ehrenpreise bekommen, sondern die Bauherren. Sie entscheiden ja darüber, ob das finanzielle Kalkül den Wohnungsbau allein regiert oder ob künstlerische und gesellschaftliche Überlegungen mitsprechen dürfen. Der aufgeschlossene Bauherr kriegt den Preis und darf damit für seine Wohnungen und für sich werben.

Selber machen

„Man wird es schließlich einmal leid, immer nur Beethoven zu spielen“, sagte Stuart Canin, Konzertmeister in Philadelphia, und er schloß sich einer Gruppe von Berufsmusikern an, die in den Sommerferien zusammen mit hundert Studenten führender amerikanischer Musikhochschulen, von Juilliard, Eastman Rochester und Oberlin, das Orchester für die acht „Wochen Zeitgenössischer Musik“ des Dartmouth College in Manöver, New Hampshire, bilden. Jedes Jahr seit 1961 lädt dort die Congregation of Arts drei Komponisten ein, ihre Werke den Studenten zu erläutern, sie mit dem Orchester einzustudieren und aufzuführen. Auch er, sagt Hans Werner Henze, der in diesem Jahr in Hanover lehrt und dirigiert, lerne aus diesen Wochen. „Die meisten Komponisten achten wenig darauf, wer ihre Musik spielen soll, sie machen sie so sinnlos schwierig. Wenn mir ein Musiker sagt, eine Stelle sei unspielbar, andere ich sie um. Wo heute alles mechanisiert und automatisiert wird, ist es doch wunderbar, daß man noch etwas selber machen kann – wie die Liebe und Musik.“

Filme als Untergrund-Hits