Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet an einer Reform des deutschen Börsenwesens. Dazu gehört auch die Forderung nach einer ausreichenden Unterrichtung der Öffentlichkeit durch die Aktiengesellschaften außerhalb ihres Jahresberichtes.

Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, Halbjahresergebnisse zu veröffentlichen. Allerdings geben nur wenige Aufschluß über die erzielten Zwischengewinne. Die Verwaltungen haben Bedenken, weil solche Gewinnziffern nur bedingt Rückschlüsse auf den Jahres-Endgewinn zulassen. Dieser Einwand ist zwar richtig. Da aber in den USA solche Publikationen üblich sind und einige deutsche Gesellschaften mit internationalem, Niveau Zwischengewinne veröffentlichen, ohne Schaden zu nehmen, sollte man dieses Argument getrost beiseiteschieben. Der Bundesverband des privaten Bankgewerbes will sich diese Forderung indessen noch nicht zu eigen machen. Aus durchsichtigen Gründen; denn die Kreditinstitute selbst haben sich noch nicht einmal dazu durchringen können, Zwischenberichte zu veröffentlichen, die einen bescheidenen Anhalt über die Geschäftsergebnisse zulassen.

Vom Bankenverband wird auch die automatische Veröffentlichung aller Börsenumsätze abgelehnt, soweit sie über die Kursmakler gehen. Bei Aktien kleiner Gesellschaften komme es leicht zu Zufallsumsätzen, die dann zu falschen Schlüssen führen würden, heißt es in einer Stellungnahme. Auch das überzeugt nicht. Im Gegenteil; dann würden die Schwächen, die solchen Papieren innewohnen, endlich auch für den Außenstehenden sichtbar gemacht. kw