Laser-Strahlen, Supraleiter, neuartige Energiezellen oder Mikroelektronik sind technische Entwicklungen, deren industrielle Auswertung im nächsten Jahrzehnt ein Milliardengeschäft werden wird. Die wichtigste der „neuen Industrien“ ist nach Ansicht des Autors jedoch die „Ideen-Fabrik“, die mit Hilfe der System-Analyse nicht nur den technischen Fortschritt steuern, sondern auch die konventionellen Branchen revolutionieren wird.

Der stürmische Fortschritt der Technik hat viele der älteren Industriezweige bisher kaum berührt. Sie sind deshalb dankbare Objekte für eine Neugestaltung. Die technischen Möglichkeiten sind vorhanden. Das eigentliche Problem sind die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Widerstände gegen die Modernisierung. Frühere Investitionen, die Gewerkschaften und zur Trägheit verführende Traditionen sind die größten Hemmschuhe. Man kann es schon als alte Regel ansehen, daß in einem etablierten Industriezweig der Anstoß für einen Neubeginn von außen kommen muß.

Der Polaroidfilm wurde beispielsweise nicht innerhalb der Photoindustrie erfunden. Der Computer entstand aus den Schwierigkeiten heraus, mit denen ein Institut für Ballistik zu kämpfen hatte, nicht aber in den Konstruktionssälen der Büromaschinen-Industrie. Die Xerographie wurde von zwanzig Unternehmen abgelehnt, ehe ihr Erfinder, Chester Carbson, jemanden fand, der bereit war, das Risiko der Weiterentwicklung zu tragen.

Heute dringen aber die fortschrittlichen Unternehmen aus dem gewaltigen Komplex der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Chemie und Elektronik mit Unterstützung der Regierung ganz bewußt, durch Aufkäufe und Fusionen, in die alten Unternehmensbereiche ein, um sie zu erneuern. Zu den Gebieten, die auf diese Art erobert werden, gehören:

  • Eisenbahntransport. Erfindungen, Ideen und neue Techniken sind im Bereich des Massentransports seit einem halben Jahrhundert ungenutzt geblieben.

Im Vordergrund stehen Versuche mit Gasturbinenwagen, die Nahverkehrszüge auf herkömmlichen Schienen eine Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern verleihen sollen. „United Aircraft“ steuert hierzu die Triebwerke und seine Erfahrungen auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt bei.

Der nächste in der Reihe ist ein revolutionärer Luftkissenzug, der in einer Röhre, gleitet und auf Langstrecken Geschwindigkeiten von mehr als 480 Kilometer in der Stunde erreichen soll. Mit Hilfe von 225 000 Dollar aus Staatsmitteln wurde kürzlich ein über 600 Meter langer Testring für diesen Zug gebaut. Eine Gruppe vom „Massachusetts Institut of Technology“ (MIT) untersucht gleichzeitig die Möglichkeiten für einen mechanisierten Tunnelbau. Zusammen mit allen neuen Systemen, Untersystemen und Baumaterialien, wird die Renaissance des Massentransports in den siebziger Jahren der Industrie ein Zehn-Milliarden-Dollar-Geschäft bescheren.