Die vor einigen Monaten angekündigte Bankengründung in der Bundesrepublik durch die IOS Ltd. (S. A.) – Investors Overseas Service – nimmt mehr Zeit in Anspruch, als ursprünglich geplant. Der IOS gehören etwa 88 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in aller Welt. Sie vertreibt Investment-Anteile und verkauft sogenannte Sparpläne.

Seit kurzem ist der IOS in den USA fast jede Geschäftstätigkeit verboten. Der Verkauf ihrer Fonds-Anteile an amerikanische Staatsbürger ist nicht mehr gestattet.

Geburtshelfer für ihre deutsche Bankengründung sollte der ehemalige FDP-Wohnungsbauminister Dr. Emanuel Preusker werden. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung trat er zunächst in das Bankhaus Hardy & Co, Frankfurt/Main, ein und machte sich später als Bankier selbständig. Preusker allein als Aushängeschild scheint der IOS aber nicht zugkräftig genug zu sein.

In Bank- und Börsenkreisen will man wissen, daß sich die IOS auch um Gerhard Kienbaum, früher FDP-Wirtschaftsminister in Nordrhein-Westfalen, bemüht.Sogar der ehemalige Bundeskanzler Ludwig Erhard gilt neuerdings als lOS-Favorit. Erhard nahm kürzlich bereits Aufsichtsrarssitze in zwei kleineren amerikanischen Firmen in Deutschland an.

In diesem Zusammenhang wird daran erinnert, daß Erhard der kritische Blick für gewisse Finanzgeschäfte fehlt. Als Beispiel wird angeführt, daß das damals Erhard geleitete Bundeswirtschaftsministerium einem Manne Auftrag erteilte, der versprochen hatte, vor etlichen Jahren Gold auf chemischen Wegen zu erzeugen. Später stellte sich das Verfahren als Schwindel heraus.

Um international Ansehen zu gewinnen, hat die IOS James Roosevelt, den ältesten Sohn des ehemaligen amerikanischen Präsidenten, in die Geschäftsführung aufgenommen, eine Maßnahme, die von der IOS für ihre Werbung weidlich ausgeschlachtet wird. Damit soll der Mangel überdeckt werden, daß das Geschäftsgebaren der IOS von niemandem kontrolliert werden kann. kw.