Die für den gesamten Krupp-Konzern notwendige „Umrüstung“ hat für den Montanbereich der Essener Firma in vollen Zügen begonnen. Es wird stillgelegt, es wird konzentriert, es wird umgestellt – und es wird die Hoffnung gehegt, daß auch dieses Unternehmen eines nicht mehr allzufernen Tages wieder Geld verdienen wird!

Davon sind die Fried. Krupp Hüttenwerke im Augenblick noch weit entfernt. Im vergangenen Geschäftsjahr mußte ein Verlust von 25 Millionen Mark durch Entnahmen aus der „anderen Rücklage“ gedeckt werden und für die Verzinsung des Grundkapitals von 573 Millionen Mark blieb nichts übrig. Daß dennoch die freien Krupp-Aktionäre mit ihrer zehnprozentigen Dividende im ganzen Montanbereich weitaus am besten abschneiden, gehört fast schon zu den Kuriositäten des Reviers. Die Firma Fried. Krupp geht bei ihrer Montantochter nicht nur leer aus, die Dividendengarantie von 10 Prozent auf den 143 Millionen Mark betragenden Anteil freier Aktionäre kostet den Großaktionär 14,3 Millionen Mark.

Aber schon im laufenden Jahr glaubt die Bochumer Verwaltung zuversichtlich, mindestens aus der Verlustzone herauszukommen. Bemerkenswerterweise ist dieses Ziel für den Bergbaubereich des Unternehmens – der im vergangenen Geschäftsjahr immerhin einen Verlust von 55 Millionen Mark gebracht hat – bereits erreicht. In einem gewaltigen Kraftakt haben die Krupp-Zechen ihr vor zwei Jahren angekündigtes Stilllegungsprogramm forciert, und seit dem 1. April dieses Jahres wird nur noch auf zwei Schachtanlagen, auf diesen aber mit voller Kapazität, gefördert. Die Kohleförderung wurde um 40 Prozent, die Bergbaubelegschaft um 50 Prozent verringert. Inzwischen werden auch die Halden zügig abgebaut, und die Bergbau-Ergebnisse seien „recht erfreulich“, heißt es.

So weit ist es indessen auf der Stahlseite noch nicht. In 12 bis 15 Monaten soll ein umfangreicher Integrationsplan durchgeführt werden, von dem eine „fühlbare Kostensenkung“ erwartet wird. Die Roheisenerzeugung wird im Hüttenwerk Rheinhausen konzentriert, die Bochumer Anlagen werden völlig stillgelegt. Rund 70 Prozent des gesamten Rohstahls der Gesellschaft sollen künftig aus dem Blasstahlwerk Rheinhausen kommen, während die verringerte Kapazität in Bochum für Qualitäts- und Edelstähle verbleibt. Nmn