In diesem Jahr, meine verehrten Leser, haben wir uns schon zweimal über die Anlage von Vermögenswerten in Kanada unterhalten. Einmal sprachen wir über die Beteiligung an kanadischem Grundbesitz durch die Five Oaks Holdings Ltd., Toronto. Diese Gesellschaft wurde von deutschen Banken ins Leben gerufen und bietet eine Verzinsung von 7,5 Prozent jährlich. Später machte ich Sie auf einen kanadischen Investmentfonds aufmerksam, mit dessen Hilfe man sich am Wachstum der kanadischen Wirtschaft beteiligen kann und für dessen Vertrieb in der Bundesrepublik sich vornehmlich die Commerzbank einsetzt.

Die Anlage von Vermögenswerten in Kanada war in den zurückliegenden Jahren nicht immer unproblematisch, weil sich allzu geschäftstüchtige Kanadier die Unwissenheit der deutschen Sparer auf dem internationalen Parkett zunutze machten und ihnen Immobilien und Aktien verkauften, über die entweder falsche Angaben über die künftige Wertentwicklung gemacht wurden oder die überhaupt wertlos waren. Amtliche Stellen der Kanadier waren über derartige Machenschaften unglücklich, weil sie die seriösen Kapitalanleger abschreckte. Aber auch heute noch muß sich jeder Investor in Kanada die Leute genau ansehen, mit denen er Geschäfte machen und Bindungen eingehen will.

Eine deutsche Gruppe hat sich vor Jahren auf die Anlage in kanadischen Immobilien spezialisiert und 1965 die Kommanditgesellschaft Lehndorff Vermögensverwaltung GmbH & Co., Hamburg, gegründet. Ursprünglich war sie als ein Unternehmen gedacht, daß einem kleinen Kreis von Anlegern den Immobilienerwerb in Kanada ermöglichen sollte. Maßgebend war die Überlegung, daß es immer schwieriger wird, Vermögensanlagen zu finden, die hohe laufende Ausschüttungen bei kräftigem innerem Wachstum und günstigen Besteuerungsbedingungen bieten. Diese Voraussetzungen sind in Kanada heute und wohl auch noch in Zukunft gegeben.

Die Lehndorff Vermögensverwaltung, einem Investmentfonds, oder besser einem Immobilienfonds vergleichbar, – ist – für Investoren gedacht, die nicht selbständig mit mehreren Millionen in Übersee Grundeigentum auswählen, kaufen und verwalten, andererseits aber als Kommanditisten der Lehndorff Vermögensverwaltung aus den Vorzügen solcher Anlagen Nutzen ziehen wollen. Zur Zeit beträgt das Kommanditkapital 10 Millionen Mark. Die Gesellschafter haben jetzt eine Erhöhung auf 40 Millionen beschlossen. Wenn dieser Betrag gezeichnet ist, wird der Fonds geschlossen.

Kann und soll auch der „kleine Mann“ sein Geld nach Kanada tragen? Grundsätzlich setzt nach meiner Ansicht eine Investition in einem ausländischen Staat das Vorhandensein von im Inland angelegten Ersparnissen voraus. Auslandsvermögen war in der Vergangenheit ein großes Risiko, ihre Besitzer warten zum größten Teil heute noch darauf, daß sie für die Enteignung durch die Siegermächte entschädigt werden. Auch heute sind Situationen denkbar, in denen zumindest der Transfer von Gewinnen und Verkaufserlösen erschwert oder zeitweise verboten werden. Man muß in der Lage sein, Durststrecken durchstehen zu können.

Es ist deshalb schon wohl begründet (nicht nur aus verwaltungstechnischen Gründen), wenn der Kommanditanteil der Lehndorffschen Vermögensverwaltung als Mindestbetrag 100 000 Mark vorsieht. Wer dennoch aus bestimmten Gründen mit weniger Geld nach Kanada will, kann sich über gewisse Hilfskonstruktionen, die das Bankhaus Schröder Gebrüder & Co. in Hamburg bereithält (Teilung eines Kommanditanteils) an dem Fonds beteiligen. Jeder Anteil wird mit einem Aufschlag von fünf Prozent abgegeben.

Was wird geboten? Die beiden Geschäftsführer, Professor. Dr. Hans Günther Abromeit, Hamburg, und Jan von Haeften, Hamburg, versichern, daß der Fonds nur Wohn- und Gewerbeobjekte in Kanada erwirbt, bei denen das Risiko begrenzt ist, die deshalb bereits fertiggestellt und vermietet sind. Bei der Auswahl hilft The Metropolitan Trust Company, die von einer Gruppe europäischer Banken ins Leben gerufen ist und die einer strengen behördlichen Aufsicht unterliegt.