Liebe Luftwaffe, wenn Sie die 54 Transport-Hubschrauber aus Amerika, auf die Sie schon seit drei Jahren warten, noch immer vermissen sollten: sie befinden sich hier in Hula-Bala. Wollen Sie wissen, wie sie hergekommen sind?

Als man hier merkte, daß sich die Nordprovinz Kalama vom Rest des Landes lösen wollte, wies man Washington auf die Gefahr sowjetischer Infiltration hin, zu deren Bekämpfung man unbedingt 54 Hubschrauber benötige; außerdem bat man Peking um die Lieferung von 10 Tonnen Schnellfeuergewehren zur Abwehr einer CIA-Söldnerarmee, und Moskau um die Überlassung von 12 Abwehrraketen zur Verteidigung gegen chinesische Umtriebe.

Dazu ließ Washington wissen, daß Hula-Bala ab sofort keine Waffen mehr bekommen könne, weil es durch die vielen Waffenlieferungen der letzten Zeit zu einem Spannungsgebiet geworden sei. Gleichzeitig bat Washington Kanada, an Bonn 54 Transport-Hubschrauber zu liefern, dort wisse man schon Bescheid. Durch einen unglücklichen Zufall erfuhren Sie, von der Bundesluftwaffe, von diesen Hubschraubern und machten sich schon Hoffnungen. Die Bundesregierung erfuhr allerdings nichts davon, daß Sie davon wußten, und ließ die Hubschrauber gleich nach Sallalelal verfrachten, wo mal eigentlich mehr mit 24 Düsenmaschinen gerechnet hatte. Bonn ließ sich jedenfalls von der Regierung von Seitelein schriftlich versprechen, diese Maschinen niemals in Spannungsgebiete zu verkaufen – es sei denn, es werde selbst zu einem Spannungsgebiet.

Kurz darauf erhob die Regierung von Bulawi in Bonn wütenden Protest wegen des Eintreffens von 54 amerikanischen Hubschraubern im benachbarten Habanaki und drohte mit der Anerkennung der DDR. Darauf versicherte Bonn, die Hubschrauber seien in Habanaki nur zum Auftanken gelandet, weil es dort so gutes Benzin gebe. Die Maschinen seien inzwischen längst in ihrem Bestimmungsland Wagunia eingetroffen.

Als sich interessierte Kreise in Wagunia nach den Flugzeugen erkundigten, wußte man dort rein nichts von ihnen; man habe höchstens mal eine Formation Hubschrauber das Lard überfliegen sehen – möglicherweise waren das die vermißten Maschinen. Als daraufhin Bulawi erneut in Bonn protestierte, erklärte man dort verlegen, wahrscheinlich seien die Maschinen inzwischen in Yagusch-Yagusch angekommen, wohin man sie nur geliefert habe, weil sie dort nicht gebraucht würden. Was Yagusch-Yagusch mit den Hubschraubern anfange, darauf habe Bonn keinen Einfluß – diesen werde man aber dazu verwenden, daß sie dort nur zur Sicherung des militärischen Gleichgewichts eingesetzt werden.

Auf diese Weise sind die 54 Transport-Hubschrauber schließlich in Hula-Bala gelandet, wo sie zur Sicherung des militärischen Gleichgewichts gegen die aufständische Nordprovinz Kalama eingesetzt werden. Proteste der Amerikaner, die davon sehr enttäuscht waren, daß man in Hula-Bala die Hubschrauber als Hubschrauber verwendete, wurden von der Regierung mit dem Hinweis beantwortet, Hula-Bala sei ein starker, souveräner Staat geworden und verbitte sich jede Einmischung anderer Staaten.

Was Ihre mögliche Frage nach einer Rückführung der Maschinen in die Bundesrepublik anbelangt – da warne ich vor falschen Erwartungen. Für Hula-Bala ist die Bundesrepublik nämlich ein Spannungsgebiet. Und in Spannungsgebiete liefert Hula-Bala keine Waffen. Genügt Ihnen diese Auskunft? Ein Freund