Unser Kritiker sah:

DER OSTWIND

Theaterstück von Leo Lehman

Salzburger Festspiele, Europa-Studio

Das Tiefsinnigste an dieser europäischen Erstaufführung in deutscher Sprache ist der Stücktitel: Zwei Flüchtlinge hat der Zweite Weltkrieg aus Polen nach England verweht.

Der Photograph Konarski war aus Kuty zunächst gen Osten verschlagen worden. Über Sibirien gelangt aber auch er nach London, wohin es Zauber, den zweiten Emigranten, schon eher getrieben hatte. Als ungleiche Landsleute gründen sie nun gemeinsam ein Delikatessengeschäft. Doch während sich der alerte Zauber mit seinem Flüchtlingsweh abfindet, hängt sich Konarski schließlich auf. Mit einem mißglückten Selbstmordversuch beginnt das Stück. Auf der Vorbühne wird zwischendurch die Vorgeschichte abgehandelt. Mit dem endlich geglückten Selbstmord hört die Handlung auf.

Leo Lehman ist für Flüchtlingsmentalität zuständig. 1926 in Polen geboren, emigrierte er vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und ließ sich nach Irrfahrten durch Europa 1943 in England nieder. Dort ist er ein erfolgreicher Fernsehautor geworden.