Dieser Rückfall hängt wohl zusammen mit der Besorgnis vieler Afrikaner, die Mission von Lord Alport, der von Wilson zu Ian Smith nach Rhodesien geschickt worden war, könne zusammen mit dem Briefwechsel zwischen Salisbury und London eine Wende der britischen Politik ankündigen. Auch die offenkundigen Versuche Malawis, die Staaten Mittelafrikas zu einer nüchteren Haltung gegenüber Südafrika zu veranlassen, werden von diesen Kreisen mit Mißtrauen beobachtet. Sie fürchten, Ian Smith könne noch einmal davonkommen.

In Sambia angelangt, hörte Alinan Simbule aus dem Mund seines Führers Kaunda freilich versöhnliche Worte. Da war von Bulldoggen und von Erbärmlichkeit nicht die Rede; man solle versuchen, so sagte der Präsident, das Commonwealth so wiederherzustellen, wie es vor der Rhodesien-Krise gewesen sei. Das war eine sanfte Sprache, durchaus angemessen einem Lande, dessen Exporte zu 35 Prozent nach England gehen und dessen Einfuhren zu mehr als 20 Prozent von dort kommen. Und waren es nicht Rücksichten auf die eigene einträgliche Kupferproduktion, die Kaunda davor zurückschrecken ließen, Rhodesien mit allen Mitteln anzugreifen? Hat Sambia selbst etwa mehr getan als laut gebellt – Zähne hin, Zähne her?

Erstaunlicherweise urteilt auch Simbule über die konkreten Möglichkeiten einer Rhodesien-Lösung weniger radikal, als es seine sarkastischen Bemerkungen vermuten lassen. Sambia bestehe zwar auf der Formel, so erklärte er, daß es keine Unabhängigkeit für Rhodesien geben könne, bevor die Mehrheitsherrschaft der Schwarzen gesichert sei. Aber es müsse eine Übergangszeit geben, in der den Weißen nichts geschehen dürfe und in der sich die Schwarzen auf eine stabile Regierung vorzubereiten hätten. Harold Wilson könnte jedes dieser Worte unterschreiben.

Ob jedoch der exotische Diplomat mit den sporadischen Freundschaftsgefühlen für alte Bulldoggen noch einmal Gelegenheit bekommt, seine politischen Ansichten im Erzland hemmungsloser Hundeliebe offiziell zu vertreten, ist höchst ungewiß. Die Regierung ihrer von neuem beleidigten Majestät hat sich also erkundigt, ob Simbule es so meine, wie es in der Zeitung stehe. Bestätigt Simbule den Wortlaut – was er seinem Ruf schuldig ist –, so wird es kaum eine zweite Versöhnung geben.

In den Karikaturen und Briefspalten der Londoner Zeitungen ist der Sambese mittlerweile zu einer beliebten Zielscheibe geworden. Es geht dabei um Kritik, aber auch um Selbstkritik. Ein Leser namens Harold Powell schrieb der „Times“: „Was macht uns eigentlich am wütendsten über Mr. Simbules ‚zahnlose‘ Bemerkung: daß er das überhaupt gesagt, daß er unrecht oder daß er recht hat?“