Weniger Geld und das drohende Gespenst einer ernsthaften Krise haben die Urlaubsgewohnheiten verändert. Auf den Urlaub verzichten wollte niemand, aber viele Urlauber, vor allem im Ruhrkohlengebiet, wollten es billig haben. Die Reise fand im eigenen Auto statt. Das Deutsche Reisebüro meldet gar, daß die Urlauber bei ihrer Planung von einem festen Geldbetrag ausgehen: Soviel und keinen Pfennig mehr.

Nutznießer der ungewohnten neuen Sparsamkeit wurden die Besitzer von Campingplätzen. Sie haben 1967 dauernde Hochsaison. Zehn Millionen Übernachtungen auf den 1200 deutschen Plätzen schätzt der Deutsche Camping-Club schon bis Ende Juli. Im Vorjahr waren es insgesamt gerade 14 Millionen.

Die Hersteller von Wohnwagen meldeten trotz Camping-Hausse und erheblich gesenkter Preise starke Verkaufsrückgänge. Allein im Mai lagen die Zulassungsziffern für Wohnwagen, um 546 unter der Vergleichszahl des Vorjahres (insgesamt wurden bis Mai 8482 Wohnwagen neu zugelassen). Der Rückgang trifft die Wohnwagenhersteller hart. Bisher hatten sie ihren Absatz Jahr für Jahr um rund dreißig Prozent gesteigert.

Ersatz für Wochenendfahrten und Urlaubsfreuden suchen viele Bundesbürger im eigenen Garten. Der Verkauf von Pflanzensamen und Blumenzwiebeln floriert. Gartenstühle und Tische, Hollywoodschaukeln und Springbrunnen, Gartenzwerge, Kunststoffplastiken und Holzkohlengrills mit batteriegetriebenem Grillspieß sind bei den Einzelhändlern kaum noch vorrätig.

rod.