Nach ihrer Rückkehr aus Washington äußerten sich Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger und Bundesaußenmini- ster Willy Brandt befriedigt über ihre Besprechungen mit den amerikanischen Gastgebern. In Frankreich geriet Staatspräsident Charles de Gaulle in das konzentrische Feuer der Kritik seiner innenpolitischen Gegner. Die Popularitätskurve des britischen Premierministers Harold Wilson erreichte den bisher tiefsten Punkt. Die von Papst Paul VI. verkündete Demokratisierung der römischen Kurie fand ein positives Echo.

Vietnam und Korea

Die amerikanische Luftwaffe verlor bei ihrem bisher schwersten Angriff auf Nordvietnam vier Maschinen. Zwei US-Marineflugzeuge wurden über chinesischem Gebiet abgeschossen. Zu neuen blutigen Zwischenfällen kam es an der Demarkationslinie in Korea. Mit der Intensivierung des Vietnam-Krieges stieg die Zahl der Deserteure bei der amerikanischen Armee in Europa.

China

In der Volksrepublik China griffen die bewaffneten Aktionen gegen das Mao-Regime weiter um sich. Die sowjetische Botschaft und das britische Missionsgebäude in Peking wurden von Rotgardisten gestürmt und beschädigt. Die Pekinger „Volkszeitung“ bezeichnete Hongkong als unveräußerlichen Teil Chinas. Kanada erklärte sich zum erstenmal seit langen Jahren gegen die Aufnahme der Volksrepublik China in die Vereinten Nationen.

Demonstranten

Während einer amerikanischen Militärparade in Berlin wurden Anti-Vietnam-Demonstranten in Schutzhaft genommen. Dem Studenten Fritz Teufel wurde in Westberlin die angestrebte Rückkehr in das Untersuchungsgefängnis verwehrt. Der radikale Negerführer Rap Brown wurde in New York wegen unerlaubten Waffenbesitzes vorübergehend festgenommen. Der farbige amerikanische Friedensnobelpreisträger Martin Luther King entzog dem Präsidenten Lyndon B. Johnson für die nächsten Wahlen seine Gefolgschaft. Zu einem „Mobilisierungsmarsch“ nach Washington riefen amerikanische Pazifistengruppen auf.