Mancher, der sich vergeblich gefragt hatte, warum dieser entsetzliche Goldene Schuß, diese Unterhaltungssendung ohne Unterhaltung, nun auch noch mit ungeheurem Kostenaufwand farbig produziert werden mußte, wurde der großen Möglichkeit des Farbfernsehens zum erstenmal gewahr, als ihm (am Sonnabendnachmittag) der Korrespondent der ARD in Washington, Gerd Ruge, und seine charmante kanadische Begleiterin expo 67 vorführten.

Wie hier sachliche Richtigkeit mit Witz in Wort und Bild verbunden wurde – das haben wir so schon lange nicht mehr ferngesehen.

Höhepunkt für jemanden, der manchmal meint, daß es sich die Kollegen vom Fernsehen allzu leicht machen, wenn sie einfach schöne Bilder vorführen und die Kritik den Zeitungsjournalisten überlassen, war die liebenswert kritische Würdigung des deutschen Pavillons: Wie da unsere ein wenig allzu streng bemühte Chef-Hosteß (genauso streng und genauso bemüht wirkte sie auf den Besucher in Montreal) ihre brav auswendig gelernten Sprüchlein hersagte, die dann jedesmal, Zwischenschnitt, kommentiert wurden von einem Puppen-Professor mit den geflügelten Worten: Bla-bla-bla – das war, wie diese ganze Sendung, witzig und treffend zugleich.

Freilich traf es nur die Kleine. Sie folgte schließlich mit herbem Charme ihren Anweisungen. Die ARD ist es sich und ihren Zuschauern schuldig, daß sie, ehe expo 67 zu Ende geht, auch einmal die Großkopfeten vorführt, die es fertig gebracht haben, einen so großartigen Pavillon auf so kleinkarierte Weise zu nützen. Leo