Die Neuordnung der Besitzverhältnisse an dieser ehemaligen Gemeinschaftsorganisation des Ruhrbergbaus hat sich erheblich in die Länge gezogen. Aber jetzt – so versicherte Ruhrgas-Chef Herbert Schelberger in der Pressekonferenz des Unternehmens – könne endlich mit einem baldigen positiven Abschluß der Verhandlungen gerechnet werden. Die in der Erdgas-Verkaufsgesellschaft Münster zusammengeschlossenen Unternehmen werden sich insgesamt – bis auf die Wintershall AG, die nicht mit von der Partie sein will – mit 15 Prozent an dem Ruhrgas-Kapital beteiligen.

An dem dafür vorgesehenen Grundkapital von 145 Millionen werden dann die Ruhrzechen – die ihre Aktien in der eigens dazu gegründeten Bergemann KG gepoolt haben – mit 60, die Gewerkschaft Brigitta, also Esso und Shell, mit 25 und die Münsteraner mit den genannten 15 Prozent beteiligt sein. Die Newcomer müssen sich zu einem Kurs von 300 einkaufen. Das ist für ein dividendenloses Unternehmen ein recht stolzer Preis, aber die Ruhrgas weiß, was sie ihrer Marktstellung schuldig ist. Abgesehen davon soll „ab 1968“ auch eine Dividende gezahlt werden.

Die Ruhrgas ihrerseits verhandelt mit der Ferngasgesellschaft des Frankfurter Raumes, der Gasunion Frankfurt, über eine engere Zusammenarbeit, wobei – wie Schelberger betonte – „auch eine Beteiligungslösung im Gespräch ist“. Und auch das ist ein wichtiges Kapitel der Neuordnung der Ruhrgas AG, die mit dem Ausbau des Liefer- und Versorgungsbundes auch im Erdgasgeschäft die Rolle spielen wird, die sie auf Grund ihrer Tradition im Kokereigasabsatz inne hat.

Von dem im vergangenen Jahr auf 7,5 Milliarden Kubikmeter gesteigerten Gasabsatz entfielen auf Raffineriegas und Erdgas knapp 24 Prozent. Für die Entwicklung des Erdgasabsatzes in der Bundesrepublik könne, so heißt es in Essen, nur die Lieferfähigkeit der holländischen und deutschen Erdgasfelder in Rechnung gezogen werden. Durch diese Mengen werde das Energieangebot am heimischen Markt zwar bereichert, eine Revolution jedoch nicht hervorgerufen. nmn