Der CDU-Abgeordnete und Geschäftsführende Landesvorsitzende der Berliner CDU, Karl-Heinz Schmitz, hat sich am 23. August 1967 in einem Brief an den Bürgermeister von Neukölln zu den Gewalttätigkeiten gegenüber einer Gruppe junger Anti-Vietnam-Demonstranten anläßlich einer amerikanischen Militärparade bekannt, indem er seine „aufrichtige Bewunderung für die spontane Reaktion der Neuköllner Bürger“ zum Ausdruck brachte, die damit zum ersten Male seit langer Zeit (seit 1945?) bewiesen hätten, daß sie nicht mehr gewillt seien, dem Treiben „anarchistischer und terroristischer Minderheiten“ „tatenlos“ zuzusehen.

Daraufhin haben jetzt die Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, Reinhard Lettau und Martin Walser, der Kabarettist Wolfgang Neuss und der SFB-Redakteur Hanspeter Krüger folgenden Offenen Brief an Schmitz gerichtet: „Mit Ihrer Mordhetze, Herr Schmitz, setzen Sie die Tradition jener deutschen SA-Bestien fort, die dieses Land offenbar für alle Zeit vergiftet haben. Sie stacheln die vulgärsten antichristlichen und antidemokratischen Instinkte jener Bürger dieser Stadt an, die stolz darauf sind, Menschen zu schlagen, weil sie eine Meinung geäußert haben. Wir wünschen nicht, eine Sprache zu sprechen, die auch Sie sprechen, in einem Land zu leben, das Sie durch Ihre Anwesenheit verpesten. Bitte gehen Sie hier weg, und hören Sie bitte auf, Deutsch zu sprechen. Gehen Sie nach Südafrika oder Griechenland, nach Portugal oder Südvietnam, sprechen Sie dort die Sprache der Folterer und KZ-Bewacher, die Sie, daran zweifeln wir nicht, schnell lernen werden.“