In den Generalstäben von Südafrika, Angola, Mozambique und Rhodesien schrillen die Alarmglocken. Bewaffnete Trupps von Farbigen – einige hundert – die dem Afrikanischen Nationalkongreß in Südafrika angehören, einer Vereinigung, die von der Regierung in Johannesburg in Acht und Bann getan wurde, haben die Grenze von Sambia nach Rhodesien überschritten und die Soldaten Ian Smith’s in Kämpfe verwickelt.

Schon vor einer Woche waren afrikanische Freiheitskämpfer in Rhodesien eingedrungen – Salisbury meldete rund 50 Terroristen – und hatten den Weißen blutige Kämpfe geliefert. Diese blieben Sieger, töteten 24 afrikanische „Infiltratoren“ und nahmen 26 von ihnen gefangen. Die Afrikaner kämpften mit modernen Waffen aus dem Ostblock und waren in Algerien ausgebildet worden.

Obwohl diese afrikanischen Vorstöße über die Größe eines Stoßtruppunternehmens nicht hinauskamen, und lediglich auf rhodesische Sicherheitskräfte stießen, fühlten sich durch sie auch die portugiesischen und südafrikanischen Militärs betroffen. Denn das Ziel der Farbigen ist nicht Salisbury, sondern Johannesburg. In Südafrika wollen sie den Aufstand gegen die Apartheid provozieren, Rhodesien ist ihnen nur Aufmarschgebiet.

Die ersten blutigen Sendboten werden ernstgenommen. Südafrikanische Sicherheitsoffiziere flogen nach Salisbury, um dort mit ihren rhodesischen Kollegen Kontakt aufzunehmen. Gleichzeitig setzte Johannesburg Botswana den von Portugiesen, Rhodesiern und Südafrikanern eingeschlossenen unabhängigen schwarzen Staat unter Druck, jede Infiltration afrikanischer Terroristen von Sambia aus zu unterbinden.

Die von vielen Weiten im südlichen Afrika herbeigewünscht Einheit zwischen den portugiesischen Besitzungen Angola und Mozambique, Rhodesien und Südafrika ist nähergerückt.