Bonner Geschäfte mit Kriegsmaterial / Von Peter Stähle

Bonn, Ende August

Das Auswärtige Amt in Bonn mußte in letzter Zeit harte Vorwürfe einstecken. Abgeordnete in der Bundeshauptstadt und Senatoren in Washington bezichtigen Willy-Brandts Beamte, sie hätten beim Verkauf von Kriegsgerät ans Ausland fahrlässig gehandelt.

Seitdem das Außenministerium Ende 1965 die Haushaltstitel für Ausrüstungshilfe und die Federführung für den Altwaffen-Verkauf vom Verteidigungsministerium übernommen hat, haben schon mehrere Verträge im In- und Ausland Staub aufgewirbelt. Die jüngsten Vorkommnisse: Für Persien bestimmte Düsenjäger fliegen in Pakistan, an Italien gelieferte Düsenjäger in Indien.

Im Auswärtigen Amt wäscht man die Hände in Unschuld. Formal mögen die Verträge tatsächlich in Ordnung sein; die Praxis im Waffengeschäft sieht freilich oft anders aus.

Auf drei Wegen gelangen Kanonen, Panzer, Flugzeuge und Kriegsschiffe aus der Bundesrepublik ins Ausland:

1. Bonn leistet militärische Ausrüstungshilfe an bedürftige Staaten in Asien, Afrika und Südamerika;