Es gab für sie nur drei Möglichkeiten: entweder durchzukommen, verhaftet oder erschossen zu werden. So berichtete einer der drei jungen DDR-Bürger, die am Sonntag bei Preßburg in der Tschechoslowakei die March durchschwammen, die dort – die Grenze zu Österreich bildet. Ein vierter ihrer Gruppe, ein 28jähriger Metallformer aus Leipzig, wurde von tschechoslowakischen Grenzsoldaten tödlich getroffen. Der Todesschuß allerdings traf ihn, als er bereits österreichisches Gebiet erreicht hatte, wie eine Untersuchungskommission kurze Zeit später eindeutig feststellte.

Die österreichische Regierung überreichte daraufhin in Prag eine scharfe Protestnote. Vizekanzler Bock sagte einen Besuch in Brünn ab. Der Grenzzwischenfall, der in Österreich große Erregung hervorrief – Innenminister a. D. Hans Czettel: „Für die mörderische Menschenjagd gibt es keinerlei Rechtfertigung“ – hat sogar die kommunistische Partei auf den Plan gebracht. Sie distanzierte sich von den Methoden der CSSR-Grenzer.