In seinem Urlaubsort Kreßbronn am Bodensee führte Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Kurt Georg Kiesinger nebst CDU-Generalsekretär Bruno Heck ein Gespräch mit ihren SPD-Partnern Willy Brandt und Herbert Wehner über die Situation in der Großen Koalition. Der stellvertretende Bundespressechef Conrad Ahlers entzog dem FDP-Monatsblatt „Liberal“ wegen eines kritischen Artikels über die Bundesregierung die Subvention aus dem „Reptilienfonds“. Ludwig Erhards Kanzlerbürochef Karl Hohmann übernahm eine Position im Bundespresseamt. Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder zog sich bei einem Sturz schwere Kopfverletzungen zu. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten beging der NPD-Ideologe Otto Heß Selbstmord.

Sackgassen

US-Verteidigungsminister Robert McNamara bezweifelte den Erfolg des Luftkrieges gegen Nordvietnam. Der Vietcong zerstörte mehrere für den amerikanischen Nachschub wichtige Brücken. Die von dem früheren amerikanischen Vietnam-Botschafter Cabot Lodge geführte Wahl-Beobachterkommission traf in Saigon ein. 16 amerikanische Sportfallschirmspringer wurden vom Wind abgetrieben und ertranken im Eriesee. Premierminister Harold Wilson übernahm die Verantwortung für die britische Wirtschaftspolitik.

Nahöstliche Nachwehen

Mit einem Affront des ägyptischen Staatschefs Gamal Abdel Nasser gegen den saudi-arabischen König Feisal begann in der sudanesischen Hauptstadt Khartum die erste (schwachbesuchte) arabische Gipfelkonferenz seit 1965. Wegen der Niederlage im Nahostkrieg wurden über tausend ägyptische Offiziere entlassen. Über der Wüste Sinai wurde ein ägyptischer Düsenjäger sowjetischer Bauart von israelischer Flak abgeschossen. In Israel wurde die „Wiedervereinigung“ der sozialistischen „Mapai“ Levi Eschkols und der „Rafi“-Partei Ben Gurions und Moshe Dayans eingeleitet.

Protest und Preis

Die USA und die UdSSR legten nach längjährigen Verhandlungen der Abrüstungskonferenz in Genf gleichlautende Entwürfe für einen Atomsperrvertrag vor. Im belgischen Industriegebiet von Charloroi erschien auf Häuserwänden die Parole „Freies Wallonien“. Auf Grund eines deutschen Protestes wurde im südkoreanischen Fernsehen eine amerikanische Serie mit negativen Aspekten der deutschen Vergangenheit abgesetzt. In Frankfurt nahm Carlo Schmid den Goethe-Preis entgegen. In Berlin protestierten Jugendliche gegen den „überlangen“ Verkaufstag bis 21 Uhr.