Opposition vom linken Flügel seiner eigenen Partei, Rücksicht auf die kritikfreudigen Gewerkschaften und nicht zuletzt die höchste August-Arbeitslosenziffer (555 081) seit 27 Jahren bestimmten Premierminister Harold Wilson zu seiner tiefgreifenden Kabinettsumbildung.

  • Wilson selbst übernahm die Gesamtverantwortung für das Wirtschaftsministerium.
  • Parteibewährte, alte Minister wurden durch jüngere Kräfte ersetzt.

Der Premierminister opferte fünf Minister, zwei davon gehörten dem inneren Kabinett an. Außerdem gab es Verschiebungen und Neuernennungen in 17 anderen Ressorts. Die wichtigsten Umbesetzungen:

  • Michael Stewart, ehemals Außen-, dann Wirtschaftsminister, wird 1. Staatssekretär
  • Peter Shore übernimmt das Wirtschaftsministerium unter Oberaufsicht
  • Antony Crosland, bisher Unterrichtsminister, ersetzt den Anti-Europäer Douglas Jay als Handelsminister,
  • Patrick Gordon Walker wird neuer Unterrichtsminister
  • George Thomson ersetzt Commonwealthminister Herbert Bowden, der in der Rhodesien-Frage nicht mit Wilson übereinstimmen soll. Bowden übernahm den Vorsitz der unabhängigen britischen Fernsehgesellschaft (ITA) und wurde Peer.

Die Minister des inneren Kabinetts, die endgültig aus der Regierung ausscheiden mußten, sind Douglas Jay und Herbert Bowden.

Wenn sich auch das Durchschnittsalter infolge des Revirements im Kabinett von 54,9 auf 53,2 senkte, ist damit noch nicht gesagt, daß die Wirtschaftslage sich nun abrupt bessert. Immerhin wird die Wirtschaftspolitik jetzt straffer geführt.