Ein Unterausschuß des amerikanischen Senats hat Präsident Johnson aufgefordert, die Docks im Hafen von Haiphong für Bombardierungen freizugeben. Die Senatoren unterstützten die Anträge der Vereinigten Stabschefs und stellten sich gegen Verteidigungsminister McNamara, der eine Zerstörung des größten Hafens in Nordvietnam für sinnlos und riskant hält – sinnlos, weil Nordvietnam seine lebenswichtigen Güter auch auf dem Landweg beziehen kann – riskant, weil sowjetische Schiffe in den Docks getroffen werden könnten.

Präsident Johnson bestritt, daß es zwischen seinen militärischen und zivilen Ratgebern ernsthafte Differenzen über den Bombenkrieg gebe. Zur Verteidigung seiner Politik führte er an, daß er von 350 wichtigen Bombenzielen schon 300 freigegeben habe, verschwieg dabei jedoch, daß sich unten den restlichen 50 einige der bedeutendsten Objekte befinden, unter anderem die drei größten Häfen, die vier größten Flugplätze und fünf Ziele unmittelbar an der Grenze zu China.

Der Bombenkrieg gegen Nordvietnam wurde seit Februar 1965 laufend verschärft: Im ersten Jahr wurden im Schnitt sechs Einsätze pro Tag geflogen, 1966 schon sechsmal so viel, in diesem Jahr etwa 200.

Frühjahr 1966: Nach der 37tägigen Bombenpause während der „Friedensoffensive“ Johnsons wurden die Einsätze verdreifacht.

April: Fernbomber des Typs B 52 bombardieren den Mugia-Paß.

Juni: Erster Angriff auf Öldepots bei Hanoi und Haiphong.

Dezember: Erste Angriffe auf Hanoi. Wegen des ungünstigen Echos in der Weltöffentlichkeit wird die Stadt für mehrere Monate zum Sperrgebiet erklärt.