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im bisherigen Tempo zum Bau neuer Gebäude führen.

Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Bauten ist angesichts des relativ bescheidenen Volumens für die Gesamtbetrachtung nicht so wichtig, wenn sie auch für Bauunternehmer in ländlichen Räumen überaus bedeutungsvoll sein kann.

Als große Stütze für die Bauwirtschaft bleibt demnach jener Bereich, den man als Gemeinschaftsinvestitionen zum Ausbau der Infrastruktur für erforderlich hält.

„Aus mehr als einem Grunde ist heute die Stunde der öffentlichen Investitionen gekommen“, erklärte Professor Pfleiderer, Landeszentralbankpräsident in Baden-Württemberg, zur langfristigen Wirtschaftsentwicklung. Mehr öffentliche Bauinvestitionen sind eine vernünftige und überaus wirksame Konjunkturstütze. Sie sind aber noch mehr, nämlich die Voraussetzung für ein schnelles Wachstum der gesamten Wirtschaft.

Die Infrastruktur – Verkehrsnetz, Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser, kommunale Versorgungseinrichtungen usw. – ist in den Jahren des schnellen wirtschaftlichen Wiederaufstiegs zurückgeblieben. Allein die Gemeinden schätzen ihren Nachholbedarf auf mehrere hundert Milliarden Mark. Der Bedarf des Bundes und der Länder zusammen wird kaum geringer sein.

Zu den wünschenswerten Investitionen gehört ein großzügiges Programm zur Sanierung der Städte und Dörfer. Auch auf dem Lande ist eine Versorgung mit Gemeinschaftseinrichtungen wichtig, wenn die Anziehungskraft der Großstädte nicht übermächtig werden soll. In den Großstädten aber wird man bald ganze Stadtviertel abreißen und modern wieder aufbauen müssen, um allzu große Unterschiede im Wohnkomfort zu beseitigen.