Wenn Fische unsachgemäß behandelt oder auch zu lange gelagert werden, beginnen sie zu stinken. Wenn bestimmte Fragen der Struktur der deutschen Hochseefischerei-Unternehmen oder auch versteckte oder offene Wettbewerbsverzerrungen zwischen den deutschen Seefischmärkten zu lange ungelöst bleiben, breitet sich ein lästiges Hautgout aus. Wenn dann noch, wie in diesem Sommer, der Markt erschütternd schlecht ist – rund 40 Prozent des Frischfisches wurden nicht abgenommen, und ein großer Teil des Frostfisches konnte ebenfalls vom Markt nicht aufgenommen werden –, dann wird, wie so oft, der Steuerzahler zur Kasse gebeten.

Der Welthafen Hamburg hat Sorgen, daß sein Fischereihafen vereinsamt. Die Cranzer-Fischdampfer AG (früherer Vorstand der jetzige SPD-Wirtschaftssenator Helmut Kern) steht seit Monaten zum Verkauf. In dieser Woche muß der Hamburger Senat eine CDU-Anfrage beantworten, weshalb er dieser Gesellschaft runde 5,5 Millionen Mark (ohne die Zinsen) an Darlehen erlassen hat. Ein noch nicht einmal vor zwei Jahren in Fahrt gesetztes Fabrikschiff „Hamburg“ (Korrespondentreeder ebenfalls die Cranzer) wurde – o Schmach – nach Bremerhaven verkauft.

Trotzdem empfahl SPD-Senator Eckström (Ernährung und Landwirtschaft), für jedes Schiff, das an Bremerhaven und Cuxhaven vorbei Frischfisch nach Hamburg bringt, eine Subvention von 3000 bis 4000 Mark pro Reise. Faule Fische, kann man da nur sagen. C. B.