Berlin

Im Oktober werden rund 20 000 Studenten aus den Semesterferien nach Westberlin zurückahren.

Nach einem heißen Sommersemester verließen sie die Universitäten, der Stadt. Ob der Winter nun eine Abkühlung bringen wird, scheint zweifelhaft, liest man beispielsweise den offenen Brief, den der geschäftsführende Berliner CDUlandesvorsitzende Karl-Heinz Schmitz kürzlich veröffentlichte.

Der 35jährige Christdemokrat und Rechtsanwalt brachte darin seine „aufrichtige Bewunderung über die spontane Reaktion Neuköllner Bürger“ zum Ausdruck, die einige Dutzend Anti-Vietnam-Protestierer anläßlich einer US-Militärparade beschimpft, bespuckt und schließlich zusammengeschlagen haben. Angefeuert von ihren Ehefrauen („Schlagt sie tot“).

„Seit langer Zeit haben damit zum ersten Male Bürger dieser Stadt bewiesen“, so Schmitz, „daß sie nicht gewillt sind, dem Treiben anarchistischer und terroristischer Minderheiten tatenlos zuzusehen, und haben, soweit ich den Presseberichten entnehmen konnte, in zulässiger Weise eingegriffen.“

Der CDU-Parlamentarier, Sozius in der Anwaltspraxis des parlamentarischen Staatssekretärs Benda, dessen Mandat zur Zeit ruht, stellte sich einem Interview. Er vertritt in Berlin die Rechte der „Prügelperser“.

„Warum betonen Sie, Ihren offenen Brief an den Neuköllner Bürgermeister nicht als Privatperson, sondern als Parlamentarier geschrieben zu haben?“