verschwenderische Formen, barocke Fülle sind nicht in die Träume deutscher Normalkonsumenten verwoben. Nicht Luxus verführt sie, von Leistung lassen sie sich berauschen. Wenn sie von Autos sprechen, argumentieren sie. Da gibt es die praktischen Gründe, die finanziellen Gründe und im Untergrund die Image-Gründe. Doch diese werden hierzulande als peinlich empfunden und durch Staunen über PS-Leistung oder Bequemlichkeit schnell zurückgeschubst und überwunden.

Aber man solidarisiert sich, fühlt sich zu Gleichwählenden hingezogen, liebt sie, wie man sich liebt – man fühlt sich schließlich als Klasse, und man fühlt sich „klasse“.

Porsche-Fahrer waren’s je, BMW-Fahrer haben’s nunmehr geschafft. Neidlos ist ihnen die Lücke überlassen worden, die auf den Autobahnen zwischen Biedermann und Brandstifter klaffte.

Potentielle Käufer sind jene einst draufgängerischen, nunmehr etablierten Individualisten. Die wohldosierte Extravaganz des BMW, gekoppelt mit dem Fetisch technischer Perfektion, liefert gerade das an unterschwelliger Wahrnehmung, was Männer dieses Alters von sich erhoffen: selbstbewußt sein, erfolgreich sein, doch für das Abenteuer noch zu erreichen. Männliche Bewunderung für deutsche Männlichkeit erstarkt beim Anblick des Neue-Klasse-Autos. Nicht eben kühn, jedoch solide demonstriert es Zuverlässigkeit. Es spart mit dem Dekor, doch läßt es an seiner kompakten Autorität keinen Zweifel. Geduckt huscht es behende über die Bahnen, sportlich, für reife Männer (mit Familie).

Für den BMW mag zutreffen, was Roland Barthes aus anderem Anlaß gesagt hat: „Die Geschwindigkeit drückt sich nun in minder aggressiven, minder sportlichen Zeichen aus, als ob sie von einer heroischen Form zu einer klassischen Form übergegangen wäre.“

Nicht Terror von Super-PSlern noch genüßliche leisure-cars haben die Stellung auf bundesdeutschen Straßen und in bundesdeutschen Herzen einzunehmen vermocht. Gezügeltes Temperament mit der latenten Verheißung des Ausbruchs läßt Hoffnungen treiben, die am Argument der Leistung sich gefallen. sty