Nach Tische las mans anders Auf der vorbereitenden Konfei enz der arabischen Minister in Bagdad hatten die irakischen Vertreter als Strafe für die angeblichen Helfer Israels im Westen die völlige Einstellung aller Ollieferungen für diei Monate gefordert Jetzt begrüßte der irakische Staatspräsident Aref die Aufhebung des bisher praktizierten Olembargos, weil "dieser Beschluß bedeutet, daß die arabischen Ölquellen zur Stärkung der arabischen Armeen und zur Festigung der arabischen Kiiegsanstrengungen benutzt werden " In der sudanesischen Hauptstadt Khartum hatten die Staatsoberhaupter aus acht der dreizehn arabischen Lander den seit Ausbiuch des Krieges mit Israel gegen die USA, Großbi itanmen und die Bundesrepublik ei hängten Öiboykott offiziell aufgehoben Sie zogen damit die Konsequenzen aus der völligen Wirkungslosigkeit der Liefersperre Selbst m England, wo sich die Regierung vom Parlament Anfang Juli voisorglich eine Vollmacht für die Rationieiung von Benzin und Heizöl hatte geben lassen, kam es zu keinen ernsten Versorgungsschwiengkeiten Die langeien Tiansportwege um Südafrika herum führten allerdings ebenso wie in dei Bundesrepublik zu Preissteigerungen Wirkliche Sorgen hatten nur die arabischen Ollander, die sich tatsächlich an den Lieferstopp gehalten haben und dafür erhebliche Einnahmeausfalle m Kauf nehmen mußten Libyen, Kuwait und Saudi Arabien diangten deshalb seit Wochen auf einen vernunftigeren Kurs m der Olpohtik Die Zustimmung der übrigen arabischen I ander mußten sie allerdings teuei eikauen Sie erklarten sich m Khartum bereit, hohe Einzahlungen m einen arabischen Entwicklungsfonds und m einen Soforthilfefonds von 1 5 Milliarden Mark zu leisten Daraus erhalt Ägypten 1 02 Milhaiden Mark (das entspricht etwa dem Verlust aus der Schließung des Suezkanals), Jordanien 4 3 Millionen und Syrien 56 Millionen Mark Nur Algerien, das sich schon in den vergangenen Wochen am radikalsten in seinen Forderungen gebärdet hatte (Olembargo, Verstaatlichung allen westlichen Eigentums auf arabischem Boden), will den Lieferstopp auch weiter aufrechterhalten Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Beschlusses ist gering, da Algenen seinen Hauptabnehmer Fiankreich nach wie ror beliefert Wahrend Lib) en und andere arabische Ollander ihre Exporte einschrankten, steigerte Algerien seine Olexporte nach Frankreich im Juni um 11 Prozent Audi die Veistaatlichung amerikanischer Olfirmen, die Algerien Ende August als Auftakt der arabischen Gipfelkonferenz erkundet haue, war mehr ein Schachzug im mnei arabischen Propagandakrieg als eine ernst gemeinte Maßnahme gegen die westliche Olwirtschaft Bei den verstaatlichten Unternehmen handelt es sich ausschließlich um kleinere Tochterunternehmen, die m der algerischen Olfoiderung keine Rolle spielen Alle Untei nehmen, die für die Produktion, und den Export des Saharaois von Bedeutung sind (vor allem also franzosische Gesellschaften), blieben unangetastet