Als „Kriegserklärung ohne scharfe Schüsse“ beurteilte die israelische Regierung das Ergebnis der arabischen Gipfelkonferenz. Angesichts der unversöhnlichen Haltung der Araber richten sich die Israelis auf eine lange Wartezeit ein. Nach wie vor ist der Sieger des Nahost-Krieges bereit, mit seinen arabischen Nachbarn über einen dauerhaften Frieden zu verhandeln, sei es mit allen gemeinsam oder getrennt, doch müßten die Araber zuvor den Staat Israel anerkennen.

Arbeitsminister Allon, einer der berühmtesten Soldaten dieses Landes, hat keinen Zweifel daran gelassen, daß Israel seine neuen Grenzen nach strategischen Erfordernissen festlegen will. Ein vierter Krieg mit den Arabern sei nur zu verhüten, meinte er, wenn ihnen sogar der Versuch, ihn zu gewinnen, unmöglich gemacht würde.

Sein Kollege, der Transportminister Carmel, fügte erläuternd hinzu, nur durch Annexion des Gazastreifens könne Israel die ägyptische Armee daran hindern, ihre alten Stützpunkte wieder einzunehmen. An den neuen Grenzen mit Syrien, Jordanien und Ägypten sollten israelische Wehrsiedlungen gebaut werden, Der Jordan sei die natürliche Grenze zwischen Israel und Jordanien.

In der nächsten Woche will die israelische Regierung noch einmal für 7000 rückkehrwillige arabische Flüchtlinge die Grenzübergänge über den Jordan wieder öffnen. Bis zum 31. August, der zunächst von Israel festgesetzten Rückkehrfrist, waren nur rund 14 000 Araber nach Cis-Jordanien heimgekehrt. Beide Staaten beschuldigen sich gegenseitig, sie sabotierten die Rückführung aus politischen Gründen.