Den Angestellten eines kleineren Unternehmens wurden zur Silberhochzeit Bargeschenke gemacht. Die Finanzbehörden wollten aber nur Sachgeschenke im Wert bis zu 50 Mark als lohnsteuerfrei gelten lassen. Das entspricht der bisherigen Praxis. Der Bundesfinanzhof, dem diese Frage zur Entscheidung vorgelegt wurde, stellte aber fest, daß den Sachzuwendungen zweckbestimmte Barzuwendungen mehr und mehr gleichgestellt werden mußten.

„Es entspricht der Entwicklung der Verhältnisse, auch in dieser Hinsicht dem Arbeitnehmer die Entscheidung über die Verwendung des Geldes nach seinem persönlichen Geschmack freizustellen.“ Der Bundesfinanzhof erkannte Geschenke zur Silberhochzeit in Höhe von 200 Mark als steuerfrei an. Der Ansicht des Finanzgerichtes, das in der Vorinstanz sogar ein halbes Monatsgehalt gewähren wollte, schloß sich der Bundesfinanzhof nicht an. (Urteil vom 11. 5. 66, VI 304/65 im BStBl III S. 546.)

Manfred Mielke