Vorsichtige Leute hatten in den letzten Augustwochen die bei ihren Aktien aufgelaufenen Kursgewinne „realisiert“, weil sie der Meinung waren, daß nach der ungewöhnlichen Aufwärtsbewegung der Kurse ein Rückschlag nicht ausbleiben würde. Dann wollten sie ihre Papiere billiger zurückkaufen. Zeitpunkt der vorübergehenden Börsenschwäche sollte nach ihrer Rechnung der Termin der Bundestagsdebatte über die mittelfristige Finanzpolitik und den zweiten Konjunkturhaushalt sein.

Diese Spekulation ging nicht auf. Denn die Große Koalition verhielt sich diszipliniert und zeigte keine Risse, von einer Regierungskrise ganz zu schweigen. Außerdem sorgte der Zentralbankrat gerade in den „kritischen“ Tagen für eine Überraschung, indem er die Mindesreserven der Banken nochmals lockerte. Zwar sollte dieser Schritt in erster Linie dem Rentenmarkt zugute kommen, der in Richtung Zinssenkung seit längerer Zeit keine Fortschritte mehr macht, aber indirekt wirkt sich die erhöhte Liquidität der Banken auch wohltuend auf den Aktienhandel aus.

Statt eines Rückschlages gab es am Beginn dieser Woche einen neuen Jahreshöchststand der Aktienkurse. Und zwar durch eine langsame und solide Aufwärtsbewegung. Nur wenige Papiere wie Hamborn er und Harpener Bergbau) zeigten hektische Sprünge K. W.