Arvo Salo/Kaj Chydenius: „Lapualais-Oopera“; Ylioppilasteatteri (Finnisches Studententheater); Kustannusosakeytiö Tammi, Helsinki 1967, LP 3 u. 4, TLP 2a u. b; etwa 35,– DM

Am 21. März 1966, am Vorabend zu den finnischen Reichstagswahlen, wurde von einem ausgezeichneten Ensemble des Studententheaters in Helsinki die „Lapualais-Oopera“ uraufgeführt und im Frühjahr dieses Jahres mit derselben Besetzung als Schallplatte veröffentlicht.

Diese politische Oper hat die Vorkommnisse um die in den dreißiger Jahren in Finnland aufgekommene faschistische Lapua-Bewegung und deren kommunistische Gegenspieler zum Gegenstand. Es ist nicht verwunderlich, daß Arvo Salo, Textautor und selbst sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter, für die „Roten“ Partei ergreift. Den historischen Gegensatz zwischen „Roten“ und „Schwarzen“ nimmt er zum Anlaß, einige allgemeingültige politische Verhaltensmuster darzustellen. In effektvoller Weise läßt er die Konflikte zwischen den beiden Gruppen und ihren Repräsentanten in einem zum Teil sehr epischen Handlungsablauf austragen. Gesteigert wird diese Wirkung noch durch die gruppenspezifischen, schon historisch gewordenen Lieder und Melodien (Warszawianka, Psalmen, Volkslieder und weithin bekannte Singspiele), die montageartig in Brecht/Weillscher Manier zusammengefügt werden.

Die zahlreichen und heftigen Diskussionen, die Aufführungen dieser Oper in Skandinavien hervorgerufen haben, lassen es gerechtfertigt erscheinen, das deutsche Publikum auf diese Platte aufmerksam zu machen. Sie stellt sowohl inhaltlich als auch formal eine Besonderheit dar. Eine Teilübersetzung und background-Information wurden veröffentlicht in Heft 53 der Zeitschrift Alternative (April 1967). Die Platte ist erhältlich bei: Musikkii FAZER, Aleksanterinkatu 11, Helsinki/Finnland. Hajek Kriggard