Der Chef der Düsseldorfer Landesregierung trennt sich von seinem Wirtschaftsminister. Professor Bruno Gleitze kehrt zurück auf den Platz, den er Ende vergangenen Jahres verlassen hatte, um die Kabinettsliste seines Parteifreundes Heinz Kühn in buchstäblich letzter Minute komplett zu machen. Ein Mann mußte feststellen, daß das Amt eines Ministers nicht zu der zweifellos vielseitigen Palette seines Könnens gehört. Gleitze übernimmt wieder die Leitung des Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts der Gewerkschaften in Köln.

Es habe dem nach kurzer Amtszeit scheidenden Minister die parlamentarische Erfahrung gefehlt, sagen seine Freunde. Seine Gegner sind in ihrem Urteil, weniger milde.

Ministerpräsident Kühn hat für dieses gerade in Nordrhein-Westfalen recht heikle Amt seinen Kabinettskollegen Fritz Kaßmann vorgesehen. Daß Kaßmann sein bisheriges Ressort, des Landesministers für Bundesangelegenheiten, neben dem neuen Amt beibehalten will, spricht indessen auch nicht gerade dafür, daß die Regierung Kühn mit geeigneten Kandidaten für die Führungsaufgaben des wirtschaftlich bedrohten Landes an Rhein und Ruhr reich gesegnet ist.

nmn.