äs poweria ce strebt einem Höhepunkt entgegen, das "Wettrennen der Motorkraftprotze um die Gunst des Autokäufers. Anfang dieser Woche hat Opel eine neue Mannschaft ins Rennen geschickt, als Auftakt zur 43. Internationalen Automobilausstellimg sozusagen, die in dieser Woche ihre Pforten öffnete.

Im vorolympischen Jahr knüpft die Adam Opel AG dabei an eine Tradition an, die auf das Olympiajahr 1936 zurückgeht und setzt einen Namen wieder auf das Heck einer neuen Typenreihe, den sie jahrelang auf das Handschuh ??ch der Rekordserie verbannt hatte: standieil der Rezeptur: noch mehr Motorkraft — hoffen die Rüsselsheimer, gut über den Winter zu kommen, nachdem es ihnen als einzigem der Großen Drei gelungen war, ihren Anteil am deutschen Automobilmarkt auch über den schwarzen Frühling 1967 hinweg zu halten. Nun, der Frühling war hart für AutomobilVerkäufer, doch die ärgsten Sorgenfalten der Manager beginnen zu schwinden. Optimismus greift Platz, man hofft auf einen goldenen Herbst.

Wie alle wei fahre heißt es m der Automobilmdustne wieder:" Nach der Ausstellung An ihr orientiert sich die Zeitrechnung der Branche. Dabei mag sie in den Unternehmen eigentlich niemand so recht. Sie strapaziert die Nen en vieler Mitarbeiter und die Firmenkasse. Im Werbeetat eines Konzerns schlägt sie mit rund eineinhalb Millionen Mark zu Buch. Das ist eine teure Werbung", meint einer der Manager — allerdings hinter vorgehaltener Hand. Er wüßte, wie er seine Werbegroschen effektiver anlegen könnte Ursprünglich — als sie or dem Ersten Weltkrieg in Berlin unter dem Naserümpfen der guten Gesellschart aus der Taufe gehoben wuice— als Neuheiten- und Verkehrsmesse geJacht,s erdient die Amomobilaussteliung auch die>e Bezeichnung längst nicht mehr. Sind doch die meisten Autos, die m den Hallen chromblitend auf den Podesten stehen, genausogut auf den Parkplätzen vor dem Tor zu finden. Und cn zwei großen Unternehmen war zu hören, daß sie auf der letzten Ausstellung leweils noch nicht einmal zwei Dutzend Autos verkaufthaben. Dennoch, der 43. TAA messen die Manager be>nahe okkulte Bedeutung bei. Sie soll dir Markstein sein, daß die Automobilmdustne die Talsohle durchfahre :hat, daß der Wiederaufstieg beginnt.

Das Tal war tief Um rund ein Vicitel mußte im ersten halben Jahr die Produktion gedrosselt werden; in der Bundesrepublik wurden ndr734021 Autos zugelassen, 16 Prozent weniger als im Vorjahr ( 873 519). Statt eineinhalb M Ilionen Autos werden die Bundesbürger dieses Jahr nur13 Millionen kaufen Zwo Meldungen waren es vor allem, die de öiienthchkeit schockierten: Erstmals überrundete in der Haibjahresbiianz der italienische Fia~ Koiizcm das Volkswagenserk in der Autoproduktion; und die Japaner verdrängten die Bun desrepublik vom zweiten Platz in der Wehproduktion.

Ford Generaldirektor Max Ueber macht rur den deutschen Markt eine einfache Rechnung auf:" 900 000 Autos werden jährlich an Arbeiter und Angestellte verkauft. Wenn nur jeder Vierte wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit den Autokauf verschiebt, dann sind das 225 000 Autos weniger " Und wer sich ein Auto kauft, das wäre hinzuzufügen, folgt nicht mehr dem seit Jahren beobachteten Trend zum größeren Wagen: ein kleinerer, sparsamerer tuts auch.

So kommt es, daß die Flaute keineswegs alle gleichmäßig getroffen hat. Es zeigt sich vielmehr: Der Rückschlag war am stärksten bei den Massenautomobilen; VW und Ford verloren beispielsweise gut ein Viertel ihres Inlandabsatzes, Opel fast ein Fünftel.

Die Mittelklasse schrumpfte von 48 auf 44 9 Prozent, wahrend der Anteil der Kleinen um zwei Punkte und der der Großen um einen halben Punkt stieg.