Prosperität ist“ – nach einer Definition des Soziologen Ernest Zahn, der sich mit seiner „Soziologie der Prosperität“ einen Namen gemacht hat –, „wenn nicht mehr als fünfzehn Prozent der Gesamtausgaben einer Familie für Nahrungsmittel ausgegeben werden.“

Hält man sich an diese Definition und betrachtet das Ergebnis der laufenden Erhebung von Wirtschaftsrechnungen privater Haushalte, wie sie vom Statistischen Bundesamt vorgelegt werden, so sind wir in der Bundesrepublik noch weit von jenem Zustand entfernt, der die Bezeichnung Wohlstand rechtfertigen würde. Zwar ist die „Freßrate“ im ersten Vierteljahr 1967 gegenüber dem Vorjahr bei allen drei Haushaltstypen, die der Erhebung zugrunde liegen, leicht zurückgegangen. Der Löwenanteil privater Haushaltsausgaben entfällt jedoch nach wie vor auf Nahrungs- und Genußmittel Die Budgets der Zwei-Personen-Haus halte, die auf Renten und Sozialhilfi angewiesen sind und im Durchschnitt über ein Monatseinkommen von 45; Mark verfügen, weisen im Berichtszeit raum einen Anteil von 40,1 Prozen (Vorjahr 40,7) für Nahrungsmittel aus Auch in den Vier-Personen-Haushalten mit einem mittleren Einkommen vor 1025 Mark wird ein Drittel des Gelde für Nahrungsmittel aufgewendet.

Selbst diejenigen Haushaltstypen, denen für vier Personen ein ausgabefähige Einkommen von 2059 Mark zur Verfügung steht, sind mit einer Freßrate vor 23,7 (24,0) Prozent immer noch weit vor einer Budget-Struktur entfernt, wie sie von Professor Zahn als charakteristisch für Wohlstandsbürger angesehen wird.

bon.