Die Londoner Sunday Times erschütterte am 3. September die intellektuelle Welt des Westens mit dem Abdruck eines von 329 tschechoslowakischen Schriftstellern, Künstlern, Film- und Fernseh-Leuten, Wissenschaftlern, Publizisten und anderen Intellektuellen unterzeichneten Manifests, einem Hilferuf, der den Beistand der Solidarität gegen den Terror eines kommunistischen Staates suchte.

Namentlich um Unterstützung gebeten wurden von den deutschsprachigen Schriftstellern Günter Grass, Heinrich Böll und Peter Weiss.

Günter Grass reagierte sofort. Wir druckten seinen Offenen Brief an den tschechoslowakischen Staatspräsidenten Novotny in der vorigen Nummer der ZEIT.

Wir drucken heute Stellungnahmen von Heinrich Böll und Peter Weiss.

Wir drucken freilich auch eine Stellungnahme von Pavel Kohout, dem bekannten tschechoslowakischen Dramatiker, von dem beispielsweise das Stück „Die Reise um die Welt in achtzig Tagen“ stammt und der jetzt am Hamburger Schauspielhaus seine Bühnenfassung von Haseks „Schwejk“ inszeniert.

Da Kohout als einer derjenigen impliziert ist, denen mit dem Manifest geholfen werden soll, können wir seine Reaktion nicht als „offiziellen Beschwichtigungsversuch eines Funktionärs“ abtun. Kohout ist kein Funktionär – weder in der Bedeutung, die wir dem Wort geben, noch in der, die es für ihn selber hat.

Es gibt drei Möglichkeiten: