Heiße Eisen wurden auf der vierten Gipfelkonferenz der Organisation für afrikanische Einheit (OAU) nicht angefaßt. Die Staatspräsidenten, Premierminister und Minister der 38 OAU-Staaten (mit Ausnahme Malawis), die sich zu Beginn dieser Woche in Kinshasa/Kongo versammelten, klammerten alles aus, was die Eintracht der Konferenz hätte sprengen können: den Krieg zwischen Nigeria und Biafra, die Söldner im Kongo, den Nahost-Konflikt und den Fall Tschombé.

Einig waren sich die Delegierten, die revolutionären Umtriebe der „Freiheitskämpfer“ zentral zu lenken und zu finanzieren. Guerillas sind in Rhodesien und den portugiesischen Überseeprovinzen Mozambique, Angola und Guinea aktiv. Der südafrikanische Geheimdienst meldet, daß Trupps des „Afrikanischen Nationalkongresses“ in Zambia und Tansania auf ihren Einsatz in der Kaprepublik vorbereitet werden.

Weitere Gesprächsthemen in Kinshasa waren der Grenzstreit zwischen Somalia und Kenia – seit Gründung der OAU 1963 in Addis Abeba ein „Konferenz-Evergreen“ –, die Abrüstung und Mobutus Plan eines „afrikanischen gemeinsamen Marktes“.

Besonderen Glanz verlieh dem afrikanischen Gipfeltreffen – auf dem 18 Staats- und Regierungschefs wegen politischer Schwierigkeiten zu Hause fehlten – freilich kein Afrikaner, sondern ein Burmese: UN-Generalsekretär U Thant folgte einer Einladung nach Kinshasa und hielt auf der Abschlußsitzung eine Rede.