Seit einem Jahr verkehren die größten Fährschiffe der Ostsee zwischen Lübeck und Helsinki via Kopenhagen und Stockholm (Nynäshamn). Sie fahren unter finnischer Flagge, heißen „Finnhansa“, „Finnpartner“ und sind je 7500 BRT groß. Im Juni 1967 kam die „Finlandia“ dazu, 8000 BRT groß.

Die Reeder in Helsinki haben am Ende dieser Saison vermutlich besonders gute Laune. Mit den drei Schiffen fuhren bis Ende August 87 359 Passagiere allein von und nach Lübeck. Das waren 25 000 oder 31 Prozent mehr als von Januar bis August 1966. Die Menge der beförderten Kraftwagen stieg um 50 Prozent auf über 13 000, und das Gewicht der Güter verfünffachte sich – von 6500 auf 35 600 Tonnen.

Ab Ende September wird es auf den finnischen Schiffen ruhiger werden. Das ist ein Vorteil für den Reisenden, der in größerer Ruhe das Schiffsdasein zwischen Einzelkabine, kaltem Büfett, Bar, Sauna, Schwimmbad, Kino, Friseur und Tanzsalon, Bierstube, Bordroulett und Kinderspielzimmer genießen möchte.

Die Reeder müssen allerdings aufpassen, daß die Ruhe auf den Passagierdecks nicht zur Stille wird. Der Schiffsbetrieb steht auch im Winter auf drei Beinen: Güter- und Kraftwagenbeförderung, Passagiere und deren Verzehr.

Finnlines Ltd., Reeder der „Finnhansa“ und „Finnpartner“, haben sich deshalb schon im letzten Winter etwas einfallen lassen und Erfolg damit gehabt: die Konferenzfahrt.

Firmen, Verbände, Vereine, Aufsichtsräte, Betriebsräte, Verwaltungsräte tagten und nächtigten zwischen Helsinki und Lübeck auf den Schiffen, Frauenvereine diskutierten, Parteijugend debattierte, Vertreter trafen sich, Nachwuchs wurde geschult, Parlamentarier führten interfraktionelle Gespräche.

Die Vorteile der schwimmenden Kongresse sind leicht zu erkennen, für viele Finnen besonders leicht: