Die Nagel-Reiseführer, in Baedekerart rot eingebunden und zur klassischen Form gehörend, zeichnen sich durch Aktualität besonders aus. Kaum rückt ein Land „im Kommen“ als Reiseziel für Touristen ins Blickfeld, schon ist es auch Sujet eines Nagel-Führers. Bei der heutigen Dynamik des Tourismus ist Eile geboten, und so erscheinen die roten Bände hurtig, aber, was die deutschen Ausgaben dieser in der Schweiz herausgegebenen, in München ausgelieferten Führer angeht, nicht immer mit der nötigen Sorgfalt. Sie sind unterschiedlich in der Qualität. Sehr fehlerhaft war der schon 1957 herausgekommene Band „Moskau“, nicht exakt auch das 1966 folgende, 900 Seiten starke Handbuch UdSSR, in dem vom „Haus der Schwarzköpfe“ in der Altstadt Riga die Rede war statt vom „Schwarzhäupterhaus“ und vom Museum des großen Vaterlandskrieges, womit wahrscheinlich „der große vaterländische Krieg“ der Russen gemeint war. Die Übersetzung der meisten Artikel aus dem Französischen, die Dozenten und Professoren der Sorbonne schrieben, erklärt zwar die Schnitzer, entschuldigt sie aber nicht.

Die Hochkonjunktur der östlichen Länder für Reiseunternehmen wie Verleger von Reisebüchern schlug sich bei Nagel in der erweiterten Ausgabe „Tschechoslowakei“, in einem Band „Bulgarien“ und „Ungarn“ nieder. Auch eine zweite, verbesserte, 448 Seiten starke Ausgabe „Israel“ erschien in diesem Jahr, in der seit den Ereignissen in diesem Sommer einige Partien dennoch nicht mehr aktuell sind. In Vorbereitung ist, rechtzeitig für die Olympischen Spiele, der Nagel-Reiseführer „Mexiko“, er wird der erste in deutscher Sprache sein. dt