Die Kreuzfahrten in diesem Herbst und Winter sind zahlreicher und billiger denn je. Krisenstimmung ist nicht zu erkennen. Wohl aber zeigt sich, daß die Unruhe in der Reisebranche und der zunehmende Wettbewerb auch das Kreuzfahrtgeschäft verändert haben.

Die Zuwachsraten bei Schiffsreisen sind ungewöhnlich hoch. Sie stellen wahrscheinlich selbst das Flugreisegeschäft in den Schatten. Doch die Veranstalter üben Zurückhaltung: So großzügig wie bei Flugreisen geben sie ihre Passagierzahlen nicht bekannt. Touropa teilt mit, daß die Wintersaison 1966/67 rund ein Drittel mehr Touristen auf die Schiffe der weißen Flotte lockte als im Jahr zuvor. Entsprechend sind die Erwartungen für diese Saison.

Die Gruppe Touropa–Scharnow–Hummel hat ihr Seereiseprogramm auf Touropa konzentriert. Man spart die Ausgaben für die dreifache Werbung. Das Angebot der drei war schon in den Vorjahren bis auf Nuancen identisch.

Die Hamburg-Amerika Linie und der Norddeutsche Lloyd haben ihre Reisebüros mit den Seetours-Agenturen verbunden und arbeiten eng mit dem DER zusammen. Die Folge: ein Prospekt mit drei Namen und Firmenzeichen.

Auch Hamburger und Bremer Reedereien regen sich. Die Hamburger hatten nach der Verschrottung der „Hanseatic“ kein Passagierschiff mehr. Der Norddeutsche Lloyd in Bremen verfügte mit den Schiffen „Europa“ und „Bremen“ über ein Monopol unter den deutschen Reedereien. Doch die Deutsche Atlantik Linie (Hamburg) schaffte Ersatz für die „Hanseatic“ (die ehemalige „Shalom“) und läßt das erste deutsche Passagierschiff nach dem Kriege bauen (die „Hamburg“). Die neue „Hanseatic“ kreuzt in diesem Winter auf zwei Galareisen: Silvester von Cuxhaven nach Santa Cruz und danach in die Karibische See.

Die Hamburger und die Bremer wurden sich einig: Konkurrenz ist gut, Zusammenarbeit ist besser. Die Folge: ein Prospekt und ein ausgeklügeltes Kreuzfahrtenprogramm 1968 für die drei Schiffe. Meistens kreuzen sie in der Karibischen See – das ganze Jahr bis auf Juni, August und September.

Favorit unter den Winterzielen ist Westindien. Die Pirateninseln in der Karibischen See sind besonders beliebt. Fast immer laufen die Schiffe auch La Guaira (Venezuela) an. An Beliebtheit gewinnt auch die Verbindung Florida (Port Everglades) und der Bahamas (Nassau) mit Fahrten in die Karibische See.