Blattschneiderameisen auf der Insel Trinidad besitzen eine Spezialtruppe zur Abwehr von Luftangriffen. Jedes Jahr im März, und zwar jeweils in den späten Nachmittagsstunden, greifen Schlupfwespen die Ameisenarbeiter an, wenn diese mit einem Blatt-Teil als „Segel“ vom Baum zum Nest wandern. Die Schlupfwespen versuchen, die Ameisen in den Nacken zu stechen und dort ein Ei abzulegen. Aber meist scheitern diese Angriffe, denn die Ameisen (Atta cephalotes) lassen sich von Zwergen aus ihrem eigenen Volk schlitzen. Diese Zwerge arbeiten im allgemeinen in den unterirdischen Pilzgärten; aber in der Zeit drohender Luftangriffe verlassen sie das Nest und reisen als „Anhalter“ auf dem Rücken ihrer riesenhaften Artgenossen oder gar auf den Blatt-Teilen mit. Sobald sich eine Schlupfwespe nähert, besetzen die Zwerge den Rücken des Schutzbefohlenen und beißen wild nach allem, was in ihre Nähe kommt. Dies beobachtete jetzt Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt vom Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen bei München.