Im Geschäftsjahr 1966 hat sich der Verlust bei der Mobil AG, Hamburg, der deutschen Tochtergesellschaft der Mobil Oil Corporation (USA), von 4 auf 32 Millionen Mark erhöht. Nach einer Vorausschätzung des Vorstandes werden die roten Zahlen dem Unternehmen auch in den Jahren 1967, 1968 und 1969 treu bleiben. Erst ab 1970 ist unter heutigen Aspekten durch einen erhöhten Erdgasumsatz mit einer wesentlichen Verbesserung der Ergebnisse zu rechnen. Auf Grund des Ergebnisabführungsvertrages werden die Verluste von der amerikanischen Mutter übernommen, die auch sonst noch tüchtig in die Tasche greifen muß.

In diesem Jahr wurde das Kapital der Mobil Oil AG um 100 auf 300 Millionen erhöht. Angesichts der Investitionsvorhaben und der sonstigen Pläne werden weitere Kapitalerhöhungen folgen müssen. Zu bezahlen ist der Erwerb einer Beteiligung von etwa 28 Prozent an der Aral AG, womit die Amerikaner mehr als nur einen Fuß im größten europäischen Treibstoffverteilernetz stehen haben. Obendrein muß die Mobil Oil AG jetzt die in Wörth am Rhein projektierte Raffinerie allein finanzieren. Wir können sicher sein, daß das Engagement der Mobil Oil Corp. nicht nur Verluste bringt, sondern daß es sich schon an anderer Stelle gebührend auszahlen wird.

Im Geschäftsbericht 1966 heißt es, daß das Unternehmen im Heizölabsatz keine sonderlichen Anstrengungen unternommen hat. Hier dürfte der Marktanteil deshalb geringer geworden sein. Die Verkaufserlöse entsprachen nicht den Erwartungen. Günstiger war die Situation bei den Schmierstoffen, im Industrieölgeschäft, bei den Autoölen, im Bunkergeschäft und auf den Flughäfen Frankfurt am Main und Hamburg. Die von Mobil Oil erzeugten Treibstoffe wurden 1966 noch über die Gelsenberg Benzin AG an die Aral AG vertrieben. Auf Grund der neuen Vertragsverhältnisse fließt das Mobil Oil Benzin jetzt direkt in die Aral-Zapfsäulen.

An der deutschen Rohölförderung ist Mobil Oil mit annähernd 15 Prozent beteiligt, an der Erdgasförderung in der Bundesrepublik hat sie einen Anteil von 21,2 (20,7) Prozent. kw