Häuser lassen sich nicht mehr wie frische Semmeln verkaufen. Die Nachfrage geht zurück, die Käufer achten sorgfältiger auf Preis, Qualität und Lage der angebotenen Eigenheime. Die Hoffnung auf sinkende Grundstückspreise hält manchen Interessenten zurück. (Die Preise für Wohngebäude liegen gegenwärtig schon 2,6 Prozent unter Vorjahrsstand). Wer Häuser „von der Stange“ anbietet, muß um Kunden werben.

Die Neue Heimat Nord, Wohnungsbaugesellschaft der Gewerkschaften (Volksmund: Teure Heimat), bietet das „Haus auf Probe“. Wer probieren will, muß eine Barleistung aufbringen und zahlt eine monatliche Nutzungsgebühr – nach Ansicht der Neuen Heimat nicht höher als die Miete einer vergleichbaren freifinanzierten Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.

Jeder Probekäufer kann sich innerhalb von elf Jahren entscheiden, ob er das Haus kaufen will oder nicht, und vierteljährlich kündigen. Er erhält die Barleistung zurück und muß das Haus in einem ordnungsgemäßen Zustand zurückgeben.

Ein Reihenhaus mit beispielsweise 67 Quadratmeter Wohnfläche wird zu einer monatlichen Nutzungsgebühr (einschließlich Tilgung) von 542 Mark offeriert. Die Barleistung beträgt 6205 Mark. Ein Bungalow mit 84 Quadratmetern Wohnfläche kostet bereits 810 Mark monatlich und über 12 000 Mark Barleistung. Freifinanzierte Komfortwohnungen mit 87 Quadratmetern Wohnfläche sind in guter Hamburger Wohnlage dagegen schon für 520 Mark zu haben – ohne Barleistung.

Im Hamburger Raum werden zunächst 80 Häuser zur Auswahl angeboten. ju