Hamburg

In der vergangenen Woche schlossen sich die Tore des Hamburger Untersuchungsgefängnisses hinter drei Mitgliedern einer Diebesbande, die sich darauf spezialisiert hatte, Mercedes-Modelle in der Bundesrepublik zu stehlen, um sie in Schweden zu verkaufen. 58 gestohlene Wagen im Wert von über einer Million Mark, schmuggelte das Hamburger Trio nach Schweden. Ihr Städtchen war eine Autofirma im verträumten Städtchen Halmstad, etwa 70 Kilometer nördlich von Hälsingborg.

Die Methode der diebischen Autohändler war einfach: Sie mieteten in Hamburg und Umgebung die neusten Mercedes-Typen, fuhren mit ihnen ganz legal über die Grenze nach Halmstad und verkauften sie dort. In Hamburg meldeten sie anschließend die bereits in klingende Münze umgesetzten Fahrzeuge „ordnungsgemäß“ bei der Polizei als gestohlen. Dieses einträgliche Geschäft betrieben sie fast drei Monate lang.

Als ich herausfinden wollte, wie es möglich ist, in Schweden deutsche Autos an den Mann zu bringen, erwischte es mich. Ich wurde festgenommen.

Ich saß auf einem harten Stuhl in dem kargen Vernehmungszimmer des Göteborger Polishused unter polizeilicher Bewachung.

„Sie wollten ein gestohlenes Auto verkaufen.“ „Das ist doch nicht wahr! Es ist mein Auto!“ Aber es war aussichtslos zu widersprechen. Die schwedische Polizei spielte verrückt. Nachdem ich bereits mehreren Privatpersonen und Tankstellenbesitzern mein Auto zum Verkauf angeboten hatte, zu einem günstigen Preis, versteht sich, fand ich einen privaten Gebrauchtwagenhandel. Die Firmenchefin war auf Anhieb am Kauf des Wagens interessiert. Der Preis wurde festgelegt. Niemand wollte von mir ein Dokument darüber sehen, ob das Fahrzeug auch mein Eigentum sei.

Die Verhandlungen waren kaum beendet, als im Laden zwei Männer erschienen, von denen sich der eine für meinen Wagen interessierte. Er wollte möglichst sofort eine Probefahrt machen. Wir fuhren kreuz und quer durch Göteborg und blieben schließlich vor einem großen Behördenbau stehen. Mein Nachbar zog eine golden schimmernde Erkennungsmarke hervor: Kriminalpolizei. „Wir müssen sie bitten, mit uns zu kommen.“